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Wieso investieren Männer in Muskeln statt in den Geist?

Die Komplexität der männlichen Sexyness lässt sich nur im Auge der Betrachterin erklären.

Können Sie mir als aussterbender Vertreter der Gattung «kleiner Dicker» (Selbstdeklaration in der Kolumne vom 3. 10. 2012) eine Erklärung geben, weshalb Männer aller Altersschichten und aller Klassen heutzutage scharenweise in die Fitnesscenter strömen, um dort ihre Muskeln zu definieren? Ist es etwa der Erfolg der Frauen, der die Männer dazu treibt, ihre Lebenszeit mit repetitiven Bewegungen sinnlos zu verschwenden bis an die Grenze der Lächerlichkeit? Hätten Sie uns Frauen einen Tipp, wie wir dazu beitragen können, dass sich Männer wieder prioritär über ihre Hirntätigkeit definieren statt über den Aufbau von im Alltag gar nicht benötigtem Muskelgewebe?

Liebe Frau G. Es ist ja uh lieb von Ihnen, dass Sie mir und meiner Gattung so verbunden sind. Aber ich muss Ihnen trotzdem ein bisschen widersprechen. Aus der Tatsache, dass ich es nie geschafft habe, meine Muskeln zu definieren, folgt ja nicht, dass ein Männerkörper schöner als meiner ein sozialpathologisches Phänomen ist. Ich kann Ihnen versichern: Wenn es eine Methode gäbe, ohne Kraft-, Nervenund Zeitaufwand doch noch zu einem spätmittelalterlichen Adonis zu werden, würde ich diese Methode ohne weiteres praktizieren. Ich habe gute Freunde, die Sport und Krafttraining betreiben, und es schadet ihrer Intelligenz keineswegs. Meine Sache ist es nicht; aber meine Sportunlust fördert auch meine Intelligenz (leider) nicht. Während die anderen im Gym schwitzen, vergeude ich meine Zeit mit anderen lächerlichen Dingen. (Z. B. bei Ebay nach hübschen Reisetaschen zu stöbern, von denen ich längst genug habe.)

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