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Wer üben muss, greift zu Schweinehaut

Tattoos – der Körperkult ist salonfähig geworden. Die Künstler verdienen heute viel Geld damit. Auf Conventions wird das exotische Berufsbild eifrig beworben. Denn eine offizielle Ausbildung gibt es nach wie vor nicht.

Andy Shou setzt zum ersten Stich an. Hoch konzentriert geht der taiwanesische Star der Tätowierkunstszene mit einer in schwarze Pigmenttinte getränkten Nadel an die Arbeit. Es riecht nach Desinfektionsmittel, die Arbeitsumgebung ist beinahe steril. Kein Ton ist zu hören, selbst das typische Surren der Tätowiermaschine bleibt aus. Shou arbeitet mit einem modernen, lautlosen Rotorgerät. Sein Opfer verzieht dabei keine Miene. Nur am Nachbarstand wird ein wenig unter der Nadel gewimmert. Wer sich den Körperschmuck antut, muss hart im Nehmen sein, das gehört zum Körperkult dazu.

Shou ist der Chef-Tätowierer seines eigenen Studios Fright Tattoo und einer der 85 Messeteilnehmer auf der Tattoo-Convention, die vergangenes Wochenende in der Bodenseestadt Bregenz stattfand. In der Szene bekannte Tattoo-Roadies wie Paul Acker, Tommy Lee Wendtner oder Dan Henk tingeln mit ihrem Kleinbus durch die Länder und bis zum Bregenzer Festspielhaus nach Vorarlberg, um ihre Kunst unters Volk – und wörtlich unter die Haut - zu bringen.

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