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«Viele Deutsche sehen in Schweizern eine Art verschärfte Schwaben»

Das Leben komme ihm hier oft wie in Zeitlupe vor: Wolfgang Koydl, Schweiz-Korrespondent der «Süddeutschen Zeitung», hat gelernt, dass es bei den Schweizern immer ein bisschen mehr Vorarbeit braucht.

«Ein bisschen mehr Aufregung wäre vielleicht gut»: Wolfgang Koydl, Schweiz-Korrespondent der «Süddeutschen Zeitung».
«Ein bisschen mehr Aufregung wäre vielleicht gut»: Wolfgang Koydl, Schweiz-Korrespondent der «Süddeutschen Zeitung».
Flurin Bertschinger/Ex-Press

Herr Koydl, was Schweizer partout nicht verstehen: Woher kommt der unbändige Drang der Deutschen, auf der Autobahn nach Belieben blochen zu dürfen? Ich habe in vielen Ländern gelebt, und in jedem davon schrieb ich schon kurz nach Beginn mal eine Geschichte über den Verkehr. Die Türken fahren wie verrückt, die Ägypter noch verrückter, die Amerikaner haben diesen Hang zum grossen Auto, und die Engländer fahren auf der falschen Strassenseite. Nach ein paar Monaten ist mir hier aber aufgefallen, dass es in der Schweiz nichts darüber zu schreiben gibt. Hier fahren die Leute Auto. Sie fahren nicht besonders schnell, sie fahren nicht besonders langsam, sie schlagen nicht über die Stränge, sie fahren Auto, langweilig. Hier ist Auto fahren gewissermassen wie atmen.

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