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Stress in Basel

Im Rahmen einer repräsentativen Untersuchung wurden in Basel 1400 Jugendliche befragt. Beim Alkoholkonsum gibt es eine markante Veränderung. Und zur Sexualität fallen gefährliche Wissenslücken auf.

Basler Jugendliche trinken wesentlich mehr als noch 2006.
Basler Jugendliche trinken wesentlich mehr als noch 2006.
Keystone

Die Gesundheit der baselstädtischen 15- und 16- Jährigen ist insgesamt gut: Zu diesem Schluss kommt der Jugendgesundheitsbericht des Kantons. Im Detail fällt auf: Stress und Alkoholexzesse nehmen markant zu. Im Schweizer Vergleich fällt der Kanton indes nicht ab. Befragt wurden rund 1400 Neuntklässler an Weiterbildungsschule und Gymnasium. 98 Prozent des Jahrganges füllten die anonymen Fragebogen im Rahmen der freiwilligen schulärztlichen Untersuchung aus.

Die Erkenntnisse seien also «hoch repräsentativ», sagte Kantonsarzt Thomas Steffen vor den Medien. Im Fokus standen diesmal Konsumverhalten, Suchtmittelkonsum, Sexualität, Stress, psychische Gesundheit, Sport und Körpergewicht. Differenziert wurde nach Geschlecht, Nationalität und Schultyp. Unter dem Strich sehen sich 88 Prozent der Jugendliche selber in guter oder sehr guter körperlicher und psychischer Verfassung. Die grösste Veränderung gegenüber 2006 wurde beim Alkoholkonsum festgestellt: Nie Alkohol zu konsumieren gaben damals 70 Prozent an, heute nur noch 48 Prozent. Schon stark betrunken gewesen zu sein gaben damals 21 Prozent zu, heute 28 Prozent - fast doppelt so viele Mädchen und mehr als doppelt so viele Nicht-Schweizer machen diese Zunahme aus.

Mehr Sex-Irrtümer

Der Zigarettenkonsum der 16-Jährigen hat mit 21 Prozent stagniert. Cannabis-Erfahrungen sind leicht gestiegen von 21 auf 26 Prozent im Schnitt, wobei vor allem Nicht-Schweizer mehr kiffen (von 10 auf 22 Prozent). Warum ausländische Jugendliche offenbar mehr saufen und kiffen, konnte Steffen nicht erklären. Migrationshintergrund sei ein unscharfer Faktor angesichts verschiedener Herkunftskulturen, hiess es. Die gestellten Fragen hätten dazu nicht sehr in die Tiefe gehen können. Der Ausländeranteil der Befragung lag bei 40 Prozent; Balkanländer und die Türkei machten je 10 Prozent aus. Zur Sexualität fielen gefährliche Wissenslücken auf: Obwohl sich 87 Prozent für gut bis sehr gut informiert halten, gehen doch 30 Prozent fälschlicherweise davon aus, dass man sich gegen Aids impfen kann, bei Syphilis erliegen gar 79 Prozent diesem Irrtum. Mit Präventionserfolgen erodiere das Wissen, erklärte Steffen. Da zeige sich Handlungsbedarf.

Gezielte Informationen

Häufig Stress empfinden 51 Prozent der 16-Jährigen. Mädchen (61 Prozent) sehen sich dabei mehr unter Druck als Jungen (41). Hauptursache ist mit Abstand die Schule - vor allem für Nicht-Schweizer -, gefolgt von Zeitmangel und Familie. Der Stress führt vor allem zu mieser Laune, weniger zu körperlichen Beschwerden. Die Behörden reagieren mit gezielten Informationsangeboten auf erkennbare Trends und Gefahren, wie Steffen sagte. So wurde eine Gesundheits-Internetseite mit vielfältigen Daten, Links, Kontakten und Kalender eingerichtet. Zur Sexualität, wo Printerzeugnisse weiterhin wichtigste Quelle sind, gibt der Kanton eine Broschüre heraus. Zu Suchtmitteln informiere man übrigens nicht Abstinenz-orientiert, sondern vermittle Risikokompetenz. Die Schule sei als Informationsvermittlerin zu Gesundheitsthemen für Jugendliche sehr wichtig, doch manches nehme die Zielgruppe auf anderen Plattformen eher wahr und ernst. Zudem werde die Schule mit immer mehr Vermittlungsansprüchen konfrontiert.

SDA/dal

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