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«Sie sind wütend, verletzt und verzweifelt»

Der Berliner Psychologe Wolf Ortiz-Müller berät Opfer und ihre Stalker. Er ist überzeugt, dass nur die Arbeit mit  Tätern die Opfer nachhaltig schützt.

«Stalking kann bisweilen süchtig machen»: Psychologe Wolf Ortiz-Müller.
«Stalking kann bisweilen süchtig machen»: Psychologe Wolf Ortiz-Müller.

Viele Stalker folgen ihren Opfern eine Zeit lang, manche aber obsessiv und über Jahre. Das kann zum Terror ausarten und im Mord enden. Was bekamen sie von solchen Tätern zu hören, seit Sie vor acht Jahren Ihre Beratungsstelle «Stop Stalking» lanciert haben?

Ich denke an eine Frau, die schon glücklich war, wenn sie im Garten ihres früheren Freundes stand und zu seinem erleuchteten Fenster hochblickte. An den Verlassenen, der die Nummer ihres Freundes herausfand und täglich kontrollierte, wie lange die beiden über WhatsApp verkehrten. An den Verzweifelten, der einer Frau Hunderte von Mails schrieb, weil sie ihn einmal an einem Fest angelächelt hatte. 20'000 Strafanzeigen gehen in Deutschland jährlich ein. In einer EU-Studie von 2014 zur Gewalt gegen Frauen in 28 Ländern gaben 5% aller Frauen und Mädchen an, in den letzten zwölf Monaten gegen ihren Willen Belästigung und Verfolgung erlitten zu haben.

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