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Mehr Schweizer gönnen sich Ferien an der Sonne

Eine Branchenumfrage zeigt: 2012 haben neun Prozent mehr Schweizer Sommerferien gebucht als im Vorjahr. Jedoch geben sie dafür knapp 20 Prozent weniger aus. Tunesien und Ägypten haben am meisten zugelegt.

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2011 waren die Buchungszahlen für Ägypten sehr tief: Touristen liegen an einem Hotelpool in Sharm al-Sheikh.
2011 waren die Buchungszahlen für Ägypten sehr tief: Touristen liegen an einem Hotelpool in Sharm al-Sheikh.
AFP

Ihre Sommerferien sind den Schweizern trotz Euro- und Griechenlandkrise lieb, aber nicht unbedingt teuer. Die Reiseveranstalter melden mehr Kunden, aber geringere Umsätze. Mit den Buchungen sind sie gemäss dem Schweizerischen Reisebüro-Verband (SRV) «einigermassen zufrieden».

Die vom Branchenverband am Montag veröffentlichte Umfrage unter Schweizer Reiseveranstaltern zeigt allerdings auch, dass das im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 20 Prozent tiefere Preisniveau auf die Umsätze drückt.

So verbilligten sich etwa bei Kuoni, dem grössten Reiseanbieter der Schweiz, Badeferien rund ums Mittelmeer um bis zu 15 Prozent. Bei der Migros-Reisetochter Hotelplan wurden die Preise übers ganze Angebot 5 bis 20 Prozent günstiger.

Die tieferen Preise drückten aber nicht nur die Umsätze, sie sorgten auch dafür, dass die Passagierzahlen heuer um bis zu 9 Prozent über dem Niveau des Vorjahres liegen.

Rückkehr nach Tunesien und Ägypten

Gemäss der Branchenumfrage des SRV legten Tunesien und Ägypten nach dem arabischen Frühling am meisten zu. Kuoni merkte das deutlich. Mediensprecher Simon Marquard erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, die Buchungen hätten den «vorrevolutionären» Zustand zwar noch nicht erreicht, aber wieder deutlich angezogen.

Seine Kollegin Prisca Huguenin-dit-Lenoir von Hotelplan sagte, Tunesien habe sich sogar zu einer der Top-5-Destinationen des Sommers entwickelt. Hotelplan habe deshalb zusätzliche Direktflüge organisieren müssen. Ägypten sei keine primäre Sommerferiendestination, dafür sei es dort zu heiss. Die Buchungen für Herbstferien liefen allerdings erfreulich.

Unterschiedlich zeigt sich die Lage bei den Buchungen nach Griechenland. Ein Tour-Operator meldete dem SRV, dass die Negativschlagzeilen dieser Destination stark schadeten. Ein Drittel der Reisebüros berichtet dagegen von einer Entspannung der Situation, weil man mittlerweile wisse, dass man nicht via Athen auf die Ferieninseln fliege.

Andere Anbieter sehen bei der Nachfrage für Ferien auf den griechischen Inseln Korfu, Rhodos und Samos sogar zweistellige Wachstumsraten, so etwa Hotelplan und Kuoni. Bei Hotelplan findet sich Kreta unter den beliebtesten fünf Destinationen des Sommers.

Weltreisen und Campertouren

Für Globetrotter, einem Anbieter von Individualreisen, ist das Sommerferiengeschäft in Europa dagegen nicht so wichtig, wie Sprecherin Sandra Studer sagte. Passagierzahlen und Umsatz wuchsen aber nach dem Rekordjahr 2011 leicht. Weltreisen lagen bei Globetrotter im Trend.

Wegen des Umsturzes in Libyen erholte sich die Nachfrage für die vom Unternehmen angebotenen Wüstenreisen im Allgemeinen noch nicht. Die Buchungen für solche Reisen in Ägypten stiegen aber wieder an.

Auf den Langstrecken macht sich bei den Reisebüros der günstige Dollarkurs bei den Zielen USA und Kanada bemerkbar. Globetrotter stellte fest, dass Reisen im Wohnmobil durch die USA besonders bei Familien beliebt sind. Zudem lägen Sprachreisen dorthin sowie nach Australien und Neuseeland hoch im Kurs.

Euro-Franken-Untergrenze stabilisiert

Generell machte der starke Franken die Kunden buchungsfreudiger. Der Verband begrüsst die Untergrenze von 1.20 Franken für den Euro, weil dieser Stabilität bringe.

Bei Hotelplan wurden die Preise bis Oktober 2012 gemäss Huguenin-dit-Lenoir bereits im August 2011 und damit noch vor Festlegung der Untergrenze ausgehandelt. Das habe die Preise tief gehalten. Sie und auch der Kuoni-Sprecher konstatierten eine nach wie vor hohe Preissensibilität in der Schweiz.

Die Untergrenze stoppte nach ersten Erkenntnissen auch den Trend zum Buchen im Ausland – wenn auch nicht ganz. Das Buchen dort lohne sich zunehmend nicht mehr, schreibt der Verband. Hotelplan verzeichnete in den Grenzregionen gar Kunden aus Italien und Deutschland auf Schnäppchenjagd.

Onlinebucher nehmen zu

Übereinstimmend stellte die Branche hingegen mehr Onlinebuchungen fest. Der Marktanteil liegt aber erst zwischen 10 und 16 Prozent. Nach wie vor keinen grossen Einfluss haben die Schiffshavarien der letzten Zeit. Allerdings stagniert die Nachfrage nach Kreuzfahrten verglichen mit den Zuwachsraten früherer Jahre.

Der Trend zum kurzfristigen Buchen wird uneinheitlich wahrgenommen, berichtet der Verband. Eine Mehrheit der Anbieter ist immer noch mit vielen Spontanbuchern konfrontiert. Im Gegenzug steigt auch die Zahl der Frühbucher, die von Rabatten profitieren.

(SDA)

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