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«Männer werfen sich lieber vor den Zug»

Wann ist ein Mann ein Mann? Wenige kennen die Sorgen und Befindlichkeiten der Männer so gut wie der Soziologe und Männerberater Walter Hollstein. Ein Gespräch über Überforderung und Rollenteilung.

Herr Hollstein, seit Jahrzehnten befassen Sie sich wissenschaftlich schon fast obsessiv mit Männern. Wieso haben Sie sich eigentlich gerade den Mann als Thema ausgesucht?

«Obsessiv» ist Ihr Eindruck, aber meine Beschäftigung mit dem Männerthema hat inzwischen sicher etwas Missionarisches. Das hat damit zu tun, dass ich mit meiner Arbeit auf viel Gegenwehr gestossen bin. Wenn ich etwas mache und damit auf grossen Widerstand stosse, verbeisse ich mich umso mehr in die Thematik – das ist so ein Wesensmerkmal von mir. Das Harmloseste dabei war ätzende Ironie. So galt auch das Etikett «Männerforscher» lange Zeit als etwas Lächerliches. In bin in meiner Berliner Zeit auch körperlich attackiert worden. In einer Walpurgisnacht wurde mein Hauseingang violett beschmiert.

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