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Können «Sünden» nicht auch Tugenden sein?

Ist es eigentlich wirklich nur schlecht, dass wir Menschen über ein gewisses Mass an Gier verfügen (9. Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau; 10. Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut)? Ist das Begehren – vielleicht ausserhalb der Banker-Boni – nicht auch die grosse Antriebsfeder, die Welt zu verbessern? I. v. A.

Liebe Frau v. A.

Was diese Sünden auszeichnet, ist, dass sie nicht in einem konkreten Verstoss gegen ein bestimmtes göttliches Gebot bestehen, sondern in einer Verfehlung gegen das rechte Mass. Was im richtigen Mass eine Tugend ist, wird in seiner übersteigerten Form zur Todsünde. Die Todsünde ist die dunkle Seite der Tugend; Todsünden sind pervertierte Tugenden. Sparsamkeit ist kein Geiz, sagt das Sprichwort; aber wir alle wissen, wie leicht sie in Geiz umschlagen kann.

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