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Füüdleblutt

Bei den sommerlich-heissen Temperaturen reissen sich viele Meschen die Kleider vom Leib, sodass Körperteile zum Vorschein kommen, die man sonst glücklicherweise nicht sieht.

«Keine Ahnung, welches Hormon in den meisten Männern steckt, das befiehlt, sich bei sommerlichen Temperaturen das Hemd vom Leib zu reissen.»
«Keine Ahnung, welches Hormon in den meisten Männern steckt, das befiehlt, sich bei sommerlichen Temperaturen das Hemd vom Leib zu reissen.»
Keystone

Ja, ich gebe es zu: Ich starre! Es ist aber auch fürchterlich anstrengend, in dieser hitzigen Zeit mit einem Bus durch Basel zu gondeln. Denn alles ist anders: DIE MENSCHEN ENTBLÖSSEN SICH! Da kommen Körperteile zum Vorschein, die man sonst nie sieht. Und das ist in 99 Prozent aller Fälle auch gut so.

Aber jetzt, bei diesen hohen Temperaturen, scheinen die Baslerinnen und Basler kein Pardon mehr zu kennen: Die Kleider müssen weg.

Es sind Männer, die damit anfangen. Keine Ahnung, welches Hormon in den meisten Männern steckt, das befiehlt, sich bei sommerlichen Temperaturen das Hemd vom Leib zu reissen. Und mit seinem Ranzen schwanger zu gehen …

Bei Frauen frage ich mich nach mehreren Runden durch die Innenstadt bei über 30 Grad: Ab wie wenig Stoff wird eine kurze Hose Stringtanga genannt? Und: Sollte ein Mini nicht doch noch als Rock und nicht als Gurt erkennbar sein? IST FÜÜDLEBLUTT NUR EINE OPTION ODER SCHON REALITÄT?

Aber bon. Ich stehe mit dem 34er-Bus an der Haltestelle Rheingasse und starre also einer jungen Frau auf … nein, nicht auf den Po, sondern auf ihren linken Oberschenkel. Auf diesem Schenkel prangt ein Tattoo. Aber keine Rose, keine Schlange, kein Totenkopf, nein, ein Text. Nicht bloss ein Wort oder ein Begriff wie LOVE, PEACE, BASEL oder BVB (BVB? Ärnschthaft jetzt?). Nein, ein ganzer Text wurde in den Schenkel gestochen. Ein ziemlich langer Text sogar (ich muss dazu sagen: Der Tätowierer hatte auch genügend Platz!).

Ich würde diesen Text gerne lesen. Das muss Literatur sein! Oder eine Botschaft. Aber an wen? An den Partner? Ich meine, normalerweise sieht man diesen Text ja gar nicht, weil dieser Teil des Körpers ja für gewöhnlich verhüllt ist.

Und: Ist der Text auch noch lesbar, wenn der Zahn der Zeit die Haut wie ein zerknülltes Papier faltet? Muss man dann das «Schriftstück» auch erst glatt streichen, bevor man es lesen kann?

Hm … Ich glaube, ich lasse die nächste BaZ-Glosse auf meinen Rücken tätowieren und hol mir in einer Apotheke das männliche Ich-reiss-mir-das-Hemd-vom-Leib-Hormon!

OH GOTT, LASS ES WINTER WERDEN!

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