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Fasten inmitten Hitze, Krieg und Stromausfall

Millionen Muslime starten in den Fastenmonat Ramadan. In manchen Ländern machen widrige Umstände das Fasten dieses Jahr besonders schwierig.

Kein Essen und Trinken nach der Morgendämmerung: Menschen in Indonesien beten zu Beginn des Ramadans. (20. Juli 2012)
Kein Essen und Trinken nach der Morgendämmerung: Menschen in Indonesien beten zu Beginn des Ramadans. (20. Juli 2012)
Reuters

Für Millionen Muslime in aller Welt hat am Freitag der Fastenmonat Ramadan begonnen. Vielen Gläubigen in arabischen Ländern steht angesichts hochsommerlicher Temperaturen von mehr als 40 Grad und häufigen Stromausfällen der härteste Ramadan seit mehr als 30 Jahren bevor. In Marokko wurden eigens offiziell die Uhren umgestellt, damit das Fasten am Abend eine Stunde eher gebrochen werden kann. Die Regierung in Pakistan versprach, die täglichen Stromausfälle - die bis zu 22 Stunden dauern können - zu reduzieren. Staatsbedienstete müssen weniger Stunden pro Tag arbeiten.

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders, sein genauer Beginn richtet sich nach der ersten Sichtung des Neumondes. Der Ramadan sollte in Ägypten, Saudiarabien, dem Libanon, Jordanien, Katar, Libyen und dem Jemen am (heutigen) Freitag beginnen. Auch für die Muslime im Süden Thailands und für die Anhänger der zweitgrössten muslimischen Organisation in Indonesien galt der Freitag als Beginn des Fastenmonats. Malaysia, Bangladesh und Indien wollten am Samstag oder Sonntag folgen.

«Monat des Sieges gegen die Verbrecher»

Die syrische Regierung erklärte den Samstag zum offiziellen Start des islamischen Fastenmonats. Als Ausdruck des Konflikts in dem Land teilte der oppositionelle Syrische Nationalrat wiederum mit, der Ramadan solle am Freitag beginnen. Auf ihrer Facebook-Seite mahnte die Gruppe Syrer zur Einheit und Zusammenarbeit im Kampf gegen das Regime von Präsident Baschar Assad. «Der heilige Monat des Ramadans wird der Monat des Sieges gegen die Verbrecher», hiess es.

Die saudischen Behörden warnten im Land lebende Nicht-Muslime vor einer Missachtung der Regeln. Nicht-Muslime müssten die Gefühle gläubiger Muslime achten und «die heiligen islamische Rituale bewahren», erklärte das Innenministerium in Riad am Freitag. Wer dagegen verstosse, werde ausgewiesen. In dem Königreich leben fast acht Millionen Arbeitnehmer aus Asien und Hunderttausende weitere Ausländer.

Fasten und gute Taten

In Thailand wurde der Beginn des Ramadans von der Explosion einer Autobombe überschattet. Dabei wurden in der Stadt Sungai Kolok nach Polizeiangaben sieben Menschen verletzt. Polizeisprecher Maitree Chimcherd machte muslimische Aufständische für die Tat verantwortlich.

Während des Fastenmonats sollen Gläubige zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang weder essen noch trinken. Ausgenommen sind Kinder, Kranke, Altersschwache, Reisende und Schwangere. Auch ist das Rauchen verboten; ausserdem soll sexuelle Enthaltsamkeit geübt werden. Besuche bei Freunden und Verwandten sowie bei Kranken werden erwartet. Tage, an denen nicht gefastet werden kann, sollen nachgeholt oder durch gute Taten kompensiert werden.

dapd/kpn

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