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«Ein kompletter Fehlentscheid»

Die IV zahlt Eltern von schwerbehinderten Kindern keine Spitex-Pflege mehr. «Dadurch steigt der Druck, sich gegen ein behindertes Kind zu entscheiden», sagt Medizinethikerin Tanja Krones.

Eine Spitex-Pflegerin betreut ein schwerbehindertes Kind zu Hause: Bald schon Vergangenheit, denn diese Art von Unterstützung wird in Zukunft nicht mehr von der IV bezahlt.
Eine Spitex-Pflegerin betreut ein schwerbehindertes Kind zu Hause: Bald schon Vergangenheit, denn diese Art von Unterstützung wird in Zukunft nicht mehr von der IV bezahlt.
Keystone

Die IV streicht Spitex-Pflege für Kinder mit Geburtsgebrechen. Ist das ethisch vertretbar? Nein. Dieser Entscheid ist ethisch hoch problematisch. Egal von welcher Perspektive man das Problem betrachtet: Ob aus ökonomischer, politischer oder menschlicher Sicht – dieser Beschluss ist eine Fehlentscheidung auf ganzer Linie. Vielleicht hat das Bundesgericht nicht geahnt, was er für Folgen hat? Grundsätzlich ist es ja schon richtig, dass die IV prüft, ob gewisse Leistungen von den Betroffenen selber erbracht werden können, aber eine allgemeine Streichung der Unterstützung ist völlig unrealistisch und ignoriert die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen – eine totale Verkennung der Situation.

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