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Ein falsches Signal

Juristisch mag der Entscheid der IV richtig sein, die Spitex-Pflege für behinderte Kinder zu streichen. Doch als Signal mit Symbolwert ist er kontraproduktiv. Ein Kommentar.

Wird von der IV nicht mehr bezahlt: Irene Mlakar von der Kinder-Spitex Ostschweiz betreut den siebenjährigen Silvan zuhause. (11. Dezember 2001)
Wird von der IV nicht mehr bezahlt: Irene Mlakar von der Kinder-Spitex Ostschweiz betreut den siebenjährigen Silvan zuhause. (11. Dezember 2001)
Keystone

Die Invalidenversicherung will die Entlastung von Eltern, die zu Hause ein schwerstbehindertes Kind pflegen, differenzierter unterstützen als bisher. Wenn der Einsatz von Spitexhelfern nicht medizinisch begründet werden kann, dürfen die Kosten nicht mehr der IV angelastet werden.

Juristisch mag der Entscheid richtig sein, denn er fusst auf der höchstrichterlichen Interpretation des Gesetzestexts. Doch als Signal mit Symbolwert ist er kontraproduktiv. Wenn er dazu führt, dass Eltern behinderter Kinder bei der IV, der Sozialhilfe und bei anderen Kässeli um Almosen betteln müssen, ist dies ein Indiz für ein bedenkliches Staatsvorhaben, auf dem Buckel der Schwächsten zu sparen.

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