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Der Mann, der Barbie verführte

Ken, der Mann an Barbies Seite, feiert heute den 50. Geburtstag. Er entstammt einer fehlerfreien Welt und bleibt ewig jung. Neuerdings twittert er sogar.

Mattel-Puppe Ken veränderte sich im Laufe der Jahre.
Mattel-Puppe Ken veränderte sich im Laufe der Jahre.
Keystone
Der Sonnyboy trat niemals ganz aus Barbies Schatten heraus.
Der Sonnyboy trat niemals ganz aus Barbies Schatten heraus.
Keystone
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Sein Körper ist wie aus hautfarbenem Marmor gemeisselt, sein Lächeln wärmt Herzen. Kann also Ken, der Langzeitgefährte der Modepuppe Barbie, zum 50. Geburtstag heute Freitag sorglos in die Zukunft blicken? Nicht ganz. Kens Konturen sind immer noch makellos, doch die Puppe ist in die Jahre gekommen. Der alternde Plastik-Beau kommt heute ein wenig steif daher. Sein Hersteller Mattel hat in den USA eine Kampagne gestartet, um Ken wieder so richtig cool zu machen.

Am 11. März 1961 hatte Ken sein Debüt als Begleiter von Barbie, die zwei Jahre zuvor ihren Siegeszug in die Mädchenzimmer der Welt angetreten hatte. Barbie sollte nicht als alte Jungfer enden, deshalb stellte ihr Mattel-Gründerin Ruth Handler einen Traummann an die Seite. Der erste Ken trug ein rot-weiss gestreiftes Hemd, rote Schwimm-Shorts und Sandalen. Er hatte zunächst noch keine beweglichen Gelenke. Um die Sittenwächter nicht zu erschrecken, fand sich in Kens Intimzone nur die Andeutung einer sanft gerundeten Beule.

Im Schatten von Barbie

Über die Jahrzehnte hat sich Ken, der nach Ruth Handlers Sohn benannt ist, weiterentwickelt. Es gab ihn mit gleich neun verschiedene Haarfarben. Er übte mehr als 40 Berufe aus – jeweils mit dem passenden Outfit zum Anziehen, ob als Astronaut, Sportler oder Arzt. Doch aus dem Schatten der Power-Frau Barbie trat der Sonnyboy niemals ganz hinaus. Er war immer nur das hübsche Anhängsel, der nette Kerl, der gerne kocht und ein ungewöhnlich gutes Gespür für Mode hat. Der US-Branchenanalyst Needham vermutet, dass Ken weniger als zehn Prozent der Barbie-Umsätze ausmacht. Deren jährliche Verkaufszahlen schätzen Analysten auf 1,2 Milliarden Dollar – deutlich unter früheren Höchstmarken.

Mattel lässt Ken zum 50. Geburtstag in die Offensive gehen: Er twittert und hat eine Facebook-Seite, was ihm neue Fans bringen soll. Und in den USA läuft mit Erfolg eine Reality-Serie mit dem Titel «Genuine Ken», in der acht Teilnehmer mit Ken-ähnlicher Anatomie um den Titel «Great American Boyfriend» konkurrieren. Sie messen ihre Kräfte in Disziplinen wie Kochen oder Wohnungs-Deko. Die Sendung soll Frauen der Altersgruppe bis Mitte 30 ansprechen.

Wieder ein Paar

Die in die Jahre gekommene Marke soll sich ein neues Publikum erschliessen und wieder Spass machen, sagte Mattel-Vizepräsidentin Stephanie Cota der «Los Angeles Times». Freilich nicht so viel Spass, dass Kens blütenweisses Image befleckt würde. «Wir halten uns von Dingen fern, die zu offensichtlich sexuell sind», sagte Cota über die Reality-Serie. Dasselbe gelte auch für Alkohol. Aber warum sollte sich Ken obszönen Ausschweifungen hingeben, wo doch im Privatleben seit kurzem wieder alles im Lot ist? Im Jahr 2004 hatte Mattel mit der Nachricht schockiert, dass Barbie und Ken nach 43 Jahren kein Paar mehr seien. Gründe waren nicht genannt worden.

Streit? Ein Seitensprung? Auch gab es neue Spekulationen über Kens sexuelle Orientierung, wie sie bei einem derart modebewussten Super-Softie wohl unvermeidlich sind. Am Valentinstag im vergangenen Monat aber gab Mattel bekannt, dass Barbie und Ken wieder ein Paar seien.

SDA/jos

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