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Der Blindgänger

Unser Reisen-Chef Christoph Ammann sieht nichts. Das hindert ihn nicht am Reisen. Hürden gibt es aber viele.

Illustration: Kornel Stadler

Illustration: Kornel Stadler

Chris Winteler@sonntagszeitung

Das Reisen als Leidenschaft und Beruf zugleich: Christoph Ammann, 61, schreibt seit 33 Jahren über die Ferienziele dieser Welt. Er ist zuständig für die Tourismus­seiten der Tamedia-Zeitungen und bis zu zehn Wochen pro Jahr selber unterwegs – seit seiner Erblindung jedoch meist in Begleitung. Ab 2005 sah der Reiseprofi nach und nach schlechter, der Sichtwinkel wurde immer eingeschränkter, seit 2011 erkennt er gar nichts mehr. Aber das Reisen lässt sich Christoph Ammann nicht nehmen. Was ihm das Leben besonders erschwert, ist die ständig moderner werdende Hotelzimmerausstattung: ausgeklügelte Lichtsysteme oder Touchscreens selbst bei der WC-Spülung. Eine Entwicklung, die auch ältere oder wenig technikaffine Gäste überfordert – undverärgert. Ammann jedenfalls schwärmt vom guten alten Kippschalter, von der simplen TV-Bedienung, den Vorhängen, die noch ganz altmodisch von Hand zugezogen werden. Er erzählt, wie sich das Reisen seit seiner Erblindung verändert hat und worauf es im Umgang mit sehbehinderten oder blinden Menschen zu achten gilt.

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