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«Da wachsen kleine Prinzen heran»

Heute werden Säuglinge mit Fragen überhäuft und erfahren weniger Körperkontakt als früher. Warum dies so ist und was die Folgen sind, erklärt die Psychologin und Kulturwissenschaftlerin Heidi Keller.

Hohe Ansprüche: Viele Eltern erwarten, dass ihr Kind schon im Babyalter seine eigenen Vorstellungen ausdrückt.
Hohe Ansprüche: Viele Eltern erwarten, dass ihr Kind schon im Babyalter seine eigenen Vorstellungen ausdrückt.
Keystone

Vater mit Neugeborenem. Das Baby liegt auf dem Rücken, er, darüber gebeugt, fragt: «Bist du müde?» Darauf die Mutter zum Säugling: «Oder hast du Hunger?» Eine typische Szene. Westeuropäische Mittelschichteltern kommunizieren heute vor allem in Frageform mit ihren Babys. Dies hat die deutsche Psychologin und Kulturwissenschafterin Heidi Keller festgestellt. Sie untersucht, wie sich die Kommunikation mit Kindern in den letzten 30 Jahren verändert hat. Dafür hat sie unzählige Interviews geführt, Elternratgeber und Kita-Programme analysiert und Feldforschung betrieben: von Kamerun über Costa Rica, Indien bis nach Griechenland. Viele Aspekte der Erziehung lassen sich nämlich nur auf der impliziten Ebene erschliessen: aus dem Verhalten gegenüber dem Baby. Beobachtungen solcher Interaktionen ermöglichen Rückschlüsse über Erziehungsziele, die nicht bewusst benannt werden.

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