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Cognac bleibt französisch

Wenn es um nationales Kulturgut geht, versteht die Grande Nation keinen Spass. Ein finnischer Spirituosenhersteller musste dies schmerzlich erfahren.

Bleibt in französischem Besitz: In einem Cognac-Keller in Frankreich.
Bleibt in französischem Besitz: In einem Cognac-Keller in Frankreich.
Keystone

Der finnische Spirituosenhersteller hatte es gewagt, auf seinen Flaschen des Wort «Cognac» beziehungsweise dessen finnische Übersetzung «Konjakki» zu verwenden - und auch versucht, sich diese Gestaltung in Finnland schützen zu lassen. Er hatte die Rechnung jedoch ohne die Franzosen gemacht. Die französischen Cognac-Hersteller legten prompt Widerspruch ein - und setzten sich mit ihrer Meinung nun auch vor dem Gericht der Europäischen Union durch.

Als Cognac verkaufte Spirituosen dürfen nur aus Frankreich kommen. Das stellte am der Europäische Gerichtshof in einem Urteil klar. In dem vorliegenden Fall hatte ein finnischer Spirituosenhersteller sich eine Marke eintragen lassen, die die Bezeichnung «Cognac» und deren finnischer Bezeichnung «Konjakki» enthielt. Dagegen wehrten sich die französischen Cognac-Hersteller - mit Erfolg. Die Bezeichnung «Cognac» dürfe nur für Branntweine genutzt werden, die auch tatsächlich aus Frankreich stammten, urteilten die Richter.

Italien an der Spitze

Wenn es darum geht, sich Produkte mit bestimmter geografischer Herkunft schützen zu lassen, ist Frankreich ganz vorne dabei: Ob Roquefort, elsässischer Honig oder Erdbeeren aus dem Périgord. In der EU-Datenbank für geschützte geografische Bezeichnungen kommt Frankreich alleine auf 229 Einträge - Weine und Spirituosen nicht einmal eingeschlossen. Überflügelt wird die Grande Nation allerdings von Italien, das mit seinen kulinarischen Spezialitäten wie Parmaschinken oder Pecorino Romano allein auf 274 Einträge kommt.

Dagegen nimmt sich Deutschland mit 100 Einträgen ziemlich bescheiden aus. Neben Dresdner Christstollen, Lübecker Marzipan, Schwarzwälder Schinken und Nürnberger Lebkuchen soll künftig auch die Frankfurter Grüne Sosse geschützt werden. Ein entsprechender Antrag ging am Mittwoch ein. Darüber, ob die «Grie Soss» EU-weit schützenswert ist, muss nun die EU-Kommission befinden, bevor der Antrag veröffentlicht wird und der Schutz dann - so es keinen Widerspruch gibt - sechs Monate später in Kraft treten kann.

Kampf ums Kürbiskernöl

Dass die Probleme damit nicht unbedingt aufhören, mussten vor kurzem die Österreicher erfahren. Die hatten sich zwar schon vor Jahren die Bezeichnung «Steirisches Kürbiskernöl» schützen lassen. Doch nun bekommen sie unerwartet Konkurrenz: Ihre slowenischen Nachbarn reichten im März einen Antrag zum Schutz von «Steirischem Kürbiskernöl jenseits der Mur ein, was bei den steirischen Ölbauern für wenig Begeisterung sorgte. Sie fürchten Verwechslungen und protestierten vorsichtshalber schon einmal in Brüssel. Die endgültige Entscheidung soll nun in den kommenden Monaten fallen.

dapd/jak

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