Bund warnt vor Helmkameras

Wer beim Skifahren eine Helmkamera trage, gehe oft ein zu hohes Risiko ein, sagt die Suva.

Erhöhte Verletzungsgefahr: Ein Skifahrer mit einer Gopro auf dem Helm. (Archivbild)

Erhöhte Verletzungsgefahr: Ein Skifahrer mit einer Gopro auf dem Helm. (Archivbild)

(Bild: Keystone)

Eine neue Befragung der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) in 21 Skigebieten, die der Zeitung «Schweiz am Sonntag» vorliegt, zeigt: 33 Prozent der Schneesportler sind gelegentlich abseits von markierten und signalisierten Pisten unterwegs. Weitere 15 Prozent sogar häufig. Hochgerechnet zieht es also mehr als eine Million Schneesportler zumindest gelegentlich in den Tiefschnee.

Tief verschneite Hänge und glitzernde Schneekristalle sind verlockend, bergen aber auch Gefahren. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF geht davon aus, dass jährlich 200 Menschen von einer Lawine mitgerissen werden. 40 werden durchschnittlich verschüttet und rund 22 sterben.

Das Gefahrenbewusstsein negativ beeinflussen allerdings die seit ein paar Jahren sehr populär gewordenen Helmkameras. Dies beobachtet die Suva. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu rät deshalb zugunsten von mehr Sicherheit ganz vom Gebrauch der Helmkameras ab. «Sie können einerseits dazu führen, dass Schneesportler mehr Risiken eingehen, um spektakuläre Bilder zu erhalten, andererseits kann der Fahrer abgelenkt sein und seine Kopfhaltung der Kameraführung anpassen, anstatt in Fahrtrichtung zu schauen», sagt Othmar Brügger, Teamleiter Forschung Sport und Freizeit bei der bfu. Hinzu komme: Eine Kamera auf dem Helm kann die Verletzungsgefahr erhöhen, weil sie bei einem Sturz auf den Kopf als Hebelarm wirkt und damit die auf den Kopf einwirkenden Kräfte erhöht.

fko

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