Armin Klümper, der Doping-Doc

«Läufst du wie ein Stümper, musst du mal zum Klümper», hiess ein Sinnspruch aus jenen Tagen, als Armin Klümper noch der Guru der Sportmedizin war. Nun ist «der Doc» im Alter von 84 Jahren verstorben.

Armin Klümper galt unter seinen ­Patienten als Wunderheiler.

Armin Klümper galt unter seinen ­Patienten als Wunderheiler.

(Bild: Keystone)

Jochen Schmid

Sie nannten ihn «den Doc». In den 70er-, 80er-Jahren galt Armin Klümper als der Guru der Sportmedizin. Seine Klinik vor den Toren Freiburgs war ein Wallfahrtsort der Lahmen und Versehrten. Klümper vollbrachte Wunder. Radfahrern, Läufern, Fussballern, Turnern, allen, denen es in den Gelenken zwickte, legte er nicht nur die Hand auf, sondern erteilte ihnen den Segen grosszügiger Medikamenten­gabe. Seine Spezialität war der ebenso berühmte wie ge­heimnisvolle ­«Klümper-Cocktail».

Überglückliche Menschen, darunter der Reck-Weltmeister Eberhard Gienger und der Fussballer Joachim Löw, als er beim SC Freiburg und beim VFB Stuttgart kickte, eilten gestärkt von dannen. Der Ruf des Doc lief durchs Land wie Donnerhall. «Läufst du wie ein Stümper, musst du mal zum Klümper», hiess ein Sinnspruch aus jenen Tagen. Was der Doc da verabreichte? Wollte keiner so genau wissen.

Der grösste Doper auf diesem Planeten

Der Sprinter Manfred Ommer nannte Klümper im Jahre 2013 «den grössten Doper auf diesem Planeten». Nie wirklich aufgeklärt wurde der Tod der Siebenkämpferin und Klümper-­Patientin Birgit Dressel, die 1987 an Multiorganversagen starb. Im November 1997 beschuldigte die Hürdensprinterin Birgit Hamann den Professor, ihr Wachstumshormone gegeben zu haben, ohne dass sie davon wusste. Spätere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Klümper einen millionenschweren Handel mit Anabolika getrieben hatte. Die Justiz hielt sich beim Ermitteln auffallend zurück. Verurteilt wurde der Sport­mediziner wegen Dopings nie.

Seinen prominenten Patienten galt er bis zuletzt als aufopferungsvoll tätiger Arzt, dem ihre Bewunderung galt. «Ich habe meine Lebenskerze an beiden Enden angezündet», so fasste Klümper sein quirliges Berufsleben zusammen. 1998 wanderte er mit seiner Frau nach Südafrika aus und war für Journalisten nicht mehr zu sprechen. Dort, in der Nähe von Kapstadt, ist der Doc dieser Tage im Alter von 84 Jahren gestorben.

Basler Zeitung

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