Warum bin ich so fröhlich?

In dieser Rubrik beantworten unsere Redaktorinnen und Redaktoren häufig gegoogelte Fragen.

Alfred J. Kwak ist die Hauptfigur in der gleichnamigen Zeichentrickserie und trotz schwerem Schicksal immer frohen Mutes.

Alfred J. Kwak ist die Hauptfigur in der gleichnamigen Zeichentrickserie und trotz schwerem Schicksal immer frohen Mutes.

Tina Huber@tina__huber

Das ist mal eine gute Frage! Bei den meisten Themen, die in dieser Rubrik besprochen werden, handelt es sich ja um eher problematische Angelegenheiten («Warum bin ich Single?», «Gehört Schaffhausen zur Schweiz?»). Nicht so diese unschuldige kleine Frage.

Schön. Sie haben also gute Laune, sind so richtig naturfroh, und jetzt wollen Sie wissen, woran das liegt. «In meinem Blut werfen die Endorphine Blasen», sang die Band «Wir sind Helden» in meiner Jugend – herzlichen Glückwunsch, wenn Sie sich gerade so fühlen.

Das Problem: So einfach ist die Sache gar nicht. Das gesammelte Halbwissen des Internets liefert keine befriedigende Antwort auf die Frage, warum wir fröhlich sind. Da stehen Dinge wie: Glück empfindet, wer dankbar ist, positiv denkt, gute Beziehungen eingeht – und so weiter. Viel interessanter ist, dass es offenbar Menschen gibt, die kein Glück empfinden können. «Fear of Happiness» nennt sich dieses Phänomen, und Betroffene können sich nicht über angenehme Momente freuen, weil sie fürchten, dass sogleich der nächste Tiefschlag wartet. Oder sie halten Glücklichsein für unmoralisch.

Man kann das Ganze auch anders betrachten: Gemäss Studien liegt der durchschnittliche Tiefpunkt der Lebenszufriedenheit bei ungefähr 46 Jahren. Danach gehts wieder aufwärts. Anders als Sie vielleicht denken, wenn Sie morgens im Spiegel mitansehen müssen, wie der Haaransatz immer weiter nach hinten rückt, wird das Leben nämlich je länger, je besser. Sobald wir den ganzen Hürdenlauf des Lebens – Job, Kindererziehung, Beziehungsstress – hinter uns gelassen haben, wir nicht mehr für alles kämpfen müssen, wird das Leben offenbar entspannter und vergnügter.

Aber wahrscheinlich sind die Dinge, wie meistens im Leben, ohnehin viel simpler. Sie haben die Frage «Warum bin ich so fröhlich?» vermutlich nicht bei Google eingetippt, weil Sie dem Grund für Ihren Glücksrausch nachgehen wollen, sondern weil Sie das gleichnamige Lied suchen, dieses penetrant fidele Mitpfeif-Lied aus der – sehr traurigen – Zeichentrickserie mit dem tapferen Waisenentchen Alfred J. Kwak, das von einem Maulwurf adoptiert wird. Dieses Lied hebt die Stimmung unweigerlich, ichweiss das, ich schreibe diese Zeilen an einem Tag, an dem ich zu wenig geschlafen habe und die Aussicht auf den Zahnarzttermin am Nachmittag die Stimmung grad noch tiefer rutschen lässt, und trotzdem musste ich jetzt grad ein wenig mitsummen, als ich mir das Liedchen anhörte. Na also – geht doch.

(Video: Youtube)

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