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10 Beschäftigungen für den Corona-Hausarrest

Das Covid-19-Virus legt das öffentliche Leben lahm. Was tun Zuhause? Die Tipps der Gesellschaftsredaktion.

Die angenehmen Seiten der Corona-Krise: Zu Hause bleiben – und schlafen. Foto: iStock
Die angenehmen Seiten der Corona-Krise: Zu Hause bleiben – und schlafen. Foto: iStock

1.Wer wissen will, wie eine wirklich furchtbare Epidemie aussieht, der kann sich gruseln mit Alessandro Manzonis Roman «Die Brautleute». Das ist nicht nur ohnehin eine grossartige Lektüre, ein ewiger Klassiker und mit fast 900 Seiten auch lang genug für eine mittlere Quarantäne, sondern es enthält die wohl eindrücklichste Schilderung einer von der Pest befallenen Stadt: Mailand um 1830. Manzoni erzählt, fast wie ein Historiker, von der Entstehung der Epidemie und den irrigen Vorstellungen der Menschen darüber, wie sie sich verbreitet. Er schickt dann seinen Helden Renzo durch die verheerte Stadt, auf der Suche nach seiner Verlobten Lucia. Er findet sie schliesslich im Pestlazarett. Und, oh Wunder, beide überleben. Schliesslich braucht der Roman sein Happy End.

2.Meist muss es in der Küche schnell gehen, und darum sind Fertiggerichte ja auch dermassen im Trend. Dieses Wochenende könnte man nun nützen, um sich mal wieder an all den Kochtechniken zu versuchen, die zeitaufwendiger sind: Backen Sie einen Zopf oder sonst ein Brot, Dauer: 30 Minuten! Machen Sie einen Blätterteig selber, Dauer: 1 Stunde! Kochen Sie einen schönen Coq au Vin, Dauer: ca. 2 Stunden! Oder setzen Sie sogar mit Knochen, Gemüse und Rotwein einen Jus an (Dauer: 4 Stunden)!

Zeit für einen Klassiker: Ein guter Coq au Vin will Weile haben.

3.Widmen Sie sich all den leidigen Putzaufgaben, die Sie beim Wochenputz gerne «übersehen»: Wasserhahn entkalken, Haar aus dem Abfluss grübeln, Ritzen am Fensterrahmen reinigen, Parkett polieren, Spinnweben von der Decke saugen, Silberbesteck zum Glänzen bringen, Küchenschränke innen abstauben, Kühlschrank putzen, Wäscheständer abstauben, Striemen am Türrahmen abwischen, Balkon entmoosen, Erde, Blätter und Brösmeli aus dem Schuhschrank klauben, Duschvorhang wieder mal waschen, Keller und Estrich entrümpeln (allein damit sind Sie gerade eine Woche beschäftigt), Kleider aussortieren und die verbleibenden schön falten (Stichwort Marie Kondo, es gibt auf Netflix eine Doku dazu). Viel Spass.

4.Wann, wenn nicht jetzt binge-watchen? Die Streaming-Dienste haben derzeit viel Neues und Gutes im Angebot. Zum Beispiel: «Pflicht/Schande», eine BBC-Krimiserie über Yakuza-Gangster in London (Netflix). Oder «Star Trek: Picard», die vielleicht beste und dramatischste «Star Trek»-Serie von allen (Amazon). Wer es lieber mysteriös hat, sollte «I Am Not Okay With This» (Netflix) gucken; die Serie dreht sich um einen Teenager mit telekinetischen Fähigkeiten in den 80er-Jahren, Stephen King lässt grüssen. Zuletzt sei «Freud» genannt: Der gute alte Sigmund und wie er durch eine mörderische Wiener Gesellschaft stolpert, wo Sex, Triebe und innere Dämonen dominieren (Netflix).

Robert Finster als junger Sigmund Freud.

5.Digitalfotos sind toll, sie lassen sich zu Tausenden auf kleinstem Platz aufbewahren. Doch wie oft guckt man sich die Schnappschüsse, die auf irgendwelchen Festplatten lagern, wirklich an? Und haben Sie schon einmal daran gedacht, was dereinst mit den Aufnahmen passiert? Die Chancen stehen gut, dass sie verloren gehen, entsorgt von den Nachkommen oder nicht mehr abrufbar, weil Apple zum 100. Mal die Buchsen/Kabel erneuert haben wird. Nehmen Sie sich also Zeit, die Files zu durchforsten und daraus mit den wirklich guten Fotos ein paar Fotoalben zu gestalten. Ja, das braucht Zeit. Aber die haben Sie jetzt ja.

6.Einen Onlinekurs buchen: Sprachen, Instrumente oder spezielle Fähigkeiten wie Drehbuchschreiben, Schauspielerei, Zaubern oder Verhandlungsgeschick – es gibt praktisch nichts, was heutzutage nicht über Tutorials lernbar ist.

Schriftstellerin Margaret Atwood lehrt online die Kunst des Bücherschreibens.

7.Briefe schreiben. Machen Sie Ihrem Lieblingsmenschen wunderbar altmodisch in einem Brief Komplimente. Richten Sie Oma mit einem Kärtchen schöne Grüsse aus. Senden Sie dem Göttikind eine Postkarte aus Ihrer Stadt. Gratulieren Sie der besten Freundin handschriftlich zum Geburtstag. Das ist stilvoll und liebenswürdig von Ihnen und erhöht erst noch die Chance, dass Sie, falls Sie wegen des Coronavirus noch länger zu Hause bleiben, bald ein nettes Schreiben im Briefkasten liegen haben.

8.Yep, die Griffe der Fitnessgeräte in den Gyms sind Virenschleudern. Liegestützen, Rumpfbeugen und Seilspringen sind genauso effizient.

Home Gym: Virenfrei und günstig.

9.Es ist wie Monopoly für Erwachsene. Man würde es viel lieber machen, wenn es weniger lang dauern würde: die Steuererklärung. Es dauert in der Regel drei, vier Stunden, bis man alle Quittungen und Bankauszüge zusammengesucht hat. Dann die leidige Frage, welche Zahl in welches Feld kommt. Schliesslich noch die Unsicherheit, ob man nicht doch dieses oder jenes hätte abziehen können … Wie steht es so schön auf der Chance-Karte geschrieben: «Vorwärts zum Start» – was so gemeint ist: Beginnen Sie doch einfach mal mit dem Ausfüllen.

10.Schlafen.

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