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Zusammen schmecken sie doppelt so gut

Wie simpel Genuss sein kann, zeigt das Butterbrot. Wir empfehlen neun weitere Kombinationen.

Da fällt einem nur noch ein Prädikat ein: Himmlisch. Eine Erdbeere mit Schlagrahm. Foto: StockFood
Da fällt einem nur noch ein Prädikat ein: Himmlisch. Eine Erdbeere mit Schlagrahm. Foto: StockFood

Vielleicht haben Sie die ­Kolumne von Nina Kunz im «Magazin» von letzter Woche auch gelesen: Dort wurde das Butterbrot zum Thema gemacht. «Es passiert mir häufig, dass ich vergesse, wie grossartig Butter und Brot zusammen schmecken», schrieb Kunz pathetisch. Die Speise ­wecke Sehnsüchte, weil sie ­«irgendwie nicht mehr in ­unsere Zeit passt».

Eigentlich unmöglich, diesen einmaligen Geschmack zu vergessen: Butterbrot. Foto: Getty Images
Eigentlich unmöglich, diesen einmaligen Geschmack zu vergessen: Butterbrot. Foto: Getty Images

Sie sprach mir aus dem ­Herzen. Und ich begann darüber nachzudenken, ob es denn weitere einfache Zutatenpaarungen gibt, die gleichermassen glücklich machen können wie das ­Butterbrot. Hier meine Liste:

Radiesli und Fleur de sel

Vielleicht war es zum ersten Mal in der Goethe-Bar in Zürich, vor ungefähr zehn Jahren. Statt langweilige Salznüssli stellte man mir zu einem Glas Schaumwein überraschend je eine Schale mit gartenfrischen Radiesli und ­grobem Fleur de Sel auf den Tisch. Wie herrlich das war! Man beisst in das knackige, leicht scharfe Gemüse, gibt dann ein paar Salzflocken aufs freigelegte saftige Innere – und beisst nochmals ­genüsslich zu. Egal, was man dazu trinkt: So geht ­kulinarisches Wohlbefinden.

Trüffel und Spiegelei

Eine klassische Kombination: Spiegelei mit einem Trüffelspänen. Foto: StockFood
Eine klassische Kombination: Spiegelei mit einem Trüffelspänen. Foto: StockFood

Ist es Ihnen auch schon passiert? Da kommt man ganz unverhofft zu einem schönen Trüffel – und schon taucht die Frage auf, was man damit kochen könnte. Eine der zielführendsten Lösungen ist es, ein Spiegelei (in ganz viel ­Butter) zu braten und die Edelknolle drüberzuhobeln. Die Kombination ist aromatisch faszinierend, betörend, ja geil.

Erdbeeren und Schlagrahm

Hochdekorierte Küchenchefs werden nicht müde zu betonen: Beim Genuss geht es in erster Linie um die höchstmögliche Qualität der Produkte. Diese Kombination ist ein Lehrstück für den genannten Umstand: Wenn die Erdbeeren perfekt reif und frisch gepflückt sind, sodass sie ganz ohne Zucker auskommen; wenn der Schlagrahm dazu nicht aus dem ­Rahmbläser kommt, sondern aus Alprahm von Hand geschlagen worden ist – kann das Glück am ­Gaumen noch grösser werden? Leider werden Sie dafür noch ein paar Monate warten müssen, denn mit Hors-sol-Erdbeeren aus Spanien funktionierts nicht.

Raclettekäse und Kartoffeln

Es ist zugegebenermassen die aufwendigste Kombination in dieser Aufzählung – weil der würzige Käse erst geschmolzen, die Kartoffeln zuvor gekocht werden müssen. Dies kriegen aber sogar Geniesser hin, die ein Filetiermesser nicht von einer Schaumkelle unterscheiden können. Und etwas müssen diese Menschen ja auch zu schlemmen haben, bevor die Erdbeeren so richtig reif sind.

Gekochtes Ei und Aromat

Wenn Auslandschweizer Besuch aus der Heimat bekommen, steht eine Zutat regelmässig auf der Liste derjenigen Dinge, die man ihnen mitbringen soll: Aromat. Die Streuwürze schmeckt aber nicht nur in der Salatsauce vortrefflich (dort macht sich Maggi-Würzsauce fast besser), sondern auch als Topping aufs gekochte Ei! Ganz egal, ob dieses Ei noch warm am Frühstückstisch oder kalt als Picknick unterwegs ­genossen wird – dank Aromat wirds heimelig.

Cervelatund Senf

Nun, man muss Fleisch mögen. Aber wie schön ist es dann, einen Cervelat anzuschneiden und ihn mit beissend scharfem Dijon-Senf zu geniessen? Vielleicht spielt hier die Erinnerung ans köstliche Wursträdli hinein, das man früher beim Metzger bekam? Vielleicht sind es auch die Tränen, die einem dann ins Auge schiessen? Diese Paarung ist jedenfalls eine ganzheitliche Erfahrung. Mit einem knusprigen, ofenfrischen Stück Brot ­genossen, erst recht.

Salzstängeliund Bier

Vielleicht mögen einige Feinschmecker an dieser Stelle die Nase rümpfen – doch kann ­etwas wirklich gänzlich verkehrt sein, das hierzulande allerorts immer wieder praktiziert wird? Das ­salzig-seifige Aroma der Salzstängeli passt hervorragend zu einem kühlen Blonden. Und auch angesichts der körperlichen ­Prozesse ist die Paarung von Salzstängeli und Bier sinnvoll: Das Salz trocknet aus, was ­bekanntlich zu Durst nach Bier führt. Umgekehrt kann Bier ­natürlich Kopfweh machen, diesbezüglich hilft der Snack, weil er die Alkoholaufnahme im Körper erschwert.

Blauschimmelkäse und Portwein

Stilton mit Portwein: ein Genuss. Foto: StockFood
Stilton mit Portwein: ein Genuss. Foto: StockFood

Klar, dies ist eine Kombination eher für fortgeschrittene Geniesser: auf der einen Seite ein salziger, hocharomatischer Käse, dessen Cremigkeit den Mund bis in den hintersten Winkel auszu­füllen vermag. Auf der anderen Seite ein hochprozentiger, süsslicher Wein, der ebenso viel Kraft in sich trägt . . .Da schaukeln sich beide Komponenten gegenseitig in kulinarische Höhen. Wers mag, der verzichtet dafür auf ­jedes süsse Dessert.

Schokoladeund Milch

Apropos Dessert: Wie wäre es, sich mal wieder ein kühles Glas Milch einzuschenken? (Vorausgesetzt, Sie leiden nicht, wie ­inzwischen fast jeder Zweite, an einer Laktoseintoleranz.) Und dann brechen Sie ein schön ­grosses Stück Nussschokokade von der Tafel ab. Und Sie wechseln ab: ein Schluck Milch, dann ein Stückchen Schoggi in den Mund, wieder Milch, dann ­Schoggi . . .Erinnern Sie sich, wie einfach die Welt schien, als wir noch fünfjährig waren?

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