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Welche Kapsel der Umwelt am wenigsten schadet

Die Umweltverträglichkeit der beliebten Kaffeekapseln ist umstritten. Unter den einzelnen Anbietern gibt es diesbezüglich grosse Unterschiede.

Kaffeekapseln werden in der Schweiz immer beliebter. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 4,8 Milliarden Kaffeekapseln verkauft. Nicht zuletzt waren es auch die farbigen Hülsen, die die Produktion der Schweizer Aluminiumindustrie im letzten Jahr auf ein neues Rekordniveau hievten, wie der Aluminium-Verband Schweiz gestern mitteilte.

Auch wenn Kaffeekapseln verhältnismässig teuer sind, die Gründe ihres Erfolgs liegen auf der Hand: Verschiedene Kaffeearomen lassen sich unkompliziert und zeitsparend durch Knopfdruck generieren. Doch sind die Systeme auch umweltverträglich? Max Havellaar stellte in einer Mitteilung gestern fest, dass zumindest im Bereich Fairtrade bei Kaffeekapseln noch grosses Verbesserungspotenzial besteht.

Herkunft des Kaffees ist entscheidend

Eine neue Studie der Empa gibt nun Aufschluss über die Umweltverträglichkeit der verschiedenen Kapselsysteme, die in der Schweiz erhältlich sind (siehe Bildstrecke). Die wichtigste Erkenntnis der Materialprüfungsstelle: Die Wahl des Kaffees beeinflusst die Ökobilanz viel stärker als die Wahl zwischen Kapsel, Vollautomat und Filterkaffee. «Eine bewusste Kaffeewahl ist auf jeden Fall das Beste für die Umwelt», sagt Empa-Ökobilanz-Experte Roland Hirscher.

Die Empa nahm die in der Schweiz erhältlichen Anbieter Nespresso, Denner, Delizio, Tassimo, Lavazza und Pad genauer unter die Lupe. Für die Ökobilanz wogen die Forscher die verschiedenen Kapseln und identifizierten deren Hauptbestandteile. Als Grundlage für die ökologische Bewertung diente zusätzlich eine brasilianische Studie, die 56 Kaffeeplantagen analysiert hat.

Für die Ökobilanz der einzelnen Kapseln besonders ausschlaggebend ist gemäss dem Forschungsinstitut die Umweltbelastung durch die Landwirtschaft. Ins Gewicht fallen zum Beispiel der Einsatz von Maschinen wie Traktoren oder die verwendeten Dünger und Pestizide. Im schlechtesten Fall macht der Anbau des Kaffees laut Hischier rund 70 Prozent der Umweltbelastung einer Tasse Kaffee aus - im besten Fall ist es gerade noch ein Prozent.

Schwere Kapseln sind umweltschädlicher

Je nach verwendetem Material und Verpackung fällt die Umweltbelastung hier grösser oder weniger gross aus. Bei einem durchschnittlichen Kaffee macht die leere Kapsel rund ein Viertel der gesamten Umweltbelastung aus.

Relativ schwere Kapseln, die einzeln verpackt sind, schneiden am schlechtesten ab. Am besten sind Kapseln aus Aluminium - allerdings nur, wenn sie rezykliert werden. In der Studie bekamen rezyklierte Nespresso-Kapseln etwa 70 Prozent weniger Umweltbelastungspunkte als die besonders umweltbelastenden Tassimo-Kapseln.

Wichtig für die Bilanz ist auch, wie viel Kaffee pro Tasse verwendet wird - kein Wunder bei dem grossen Einfluss des Kaffees auf die Gesamtbilanz. Das gilt auch für die gute alte Espressomaschine. Sie schneidet laut Hischier ähnlich gut ab wie Filterkaffee - vorausgesetzt, es wird pro Tasse gleich viel Pulver genommen wie bei diesem.

Zieht man den Kaffee selbst nicht in Betracht, schneiden Filter und löslicher Kaffee am besten ab. Sie schneiden besser ab als die Kapselmaschinen oder Vollautomaten. Allerdings gilt dies nur, wenn beim Filterkaffee die ganze aufgebrühte Kanne getrunken und beim löslichen Kaffee nicht mehr Wasser als benötigt erhitzt wird.

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