Verjüngt wieder zum Leben erwacht

Grosszügige Portionen und eine helles, elegantes Ambiente zeichnen das Gasthaus zum Hirschen aus.

Eines der Wahrzeichen des Hirschen: Die gemütliche, mit klassischem Wirtshausstubenmobiliar eingerichtete Gaststube.

Eines der Wahrzeichen des Hirschen: Die gemütliche, mit klassischem Wirtshausstubenmobiliar eingerichtete Gaststube.

Dominik Heitz

Als vor gut fünf Jahren das traditionsreiche Gasthaus zum Hirschen in Haltingen schloss, ging ein Zittern durch all jene Baslerinnen und Basler, die das stilvolle Restaurant, seine Küchenqualität, vor allem aber seinen märchenhaften Garten zu schätzen wussten. Wann geht er wieder auf, fragten sie sich lange. Als sie aber nach drei Jahren immer noch keine klare Antwort bekamen, schlossen sie innerlich mit der Gaststätte ab.

Doch nun ist sie wieder zum Leben erwacht. Dank eines Käufers und intensiver Restaurations- und Renovationsarbeiten strahlt das aus dem späten 18. Jahrhundert stammende Restaurant erneut jenen Charme aus, den es einst ausgezeichnet hat: hell und elegant wirkt der blaue Salon, einladend und gemütlich die Gaststube mit Kachelofen. Hinzu kommt neu eine Weinbar im historischen Weinkeller des Gasthauses.

Der Garten ist zwar nicht mehr derselbe, doch zitiert er den alten in mancherlei Hinsicht. Wo vorher die Tische auf Kies zwischen Blumenbeeten standen, hat man nun eine Trennung vorgenommen: vorne der seitlich mit niedrigen Mauern begrenzte Kiesplatz, wo die Gäste an grosszügig gesetzten Tischen unter Sonnenschirmen und neu gepflanzten Platanen sitzen; hinten der breite und tiefe Garten mit von Buchsbaumhecken eingefassten Rosensträuchern und drei in sich ruhenden Statuen.

Empfangen werden die Gäste von Svenja Marx aus Ötlingen und ihrem Lebensgefährten Pierre Eilenhaupt aus Freiburg. Das zuvorkommende Wirtepaar ist zusammen mit Küchenchef Stephan Mark für die Speisekarte zuständig, die auf regionale Gerichte wie Entenbrust und Kalbsfilet setzt, aber auch Jakobsmuscheln, Lachs und italienische oder gar japanische Aromen einbindet.

Als Entrée bestellten wir einerseits eine geschmacklich perfekt abgestimmte Kombination aus Tatar und Sashimi vom Thunfisch mit Mango-Gurken-Chutney und Wasabi und andererseits gebratene Jakobsmuscheln auf einem erfrischenden Schachbrett von marinierten Wassermelonen- und Gurkenwürfeln, aromatisiert mit einem Aprikosen-Ingwer-Chutney (beides 20 Euro).

Beim Hauptgang setzten wir auf die Tagespezialitäten: Ich entschloss mich für das Filet vom kanadischen Sockey-Wildlachs samt Steinbuttfilet auf einem erfrischenden Salz­zitronenrisotto (41 Euro), während sich meine Begleitung für das Rinderfilet an Portweinjus mit Tomate, Patisson und Kartoffel-Trüffel-Mousseline entschied (41 Euro). Dazu empfahl uns der Wirt einen leichten Rotwein: Lämmlin Schindler Frauenfels (die Flasche 59 Euro). Wir wurden nicht enttäuscht. Und was die Portionen anging, herrschte Grosszügigkeit, sodass es zum Dessert gerade noch für einen Teller mit hausgemachter Glace und Sorbet reichte.

Gasthaus zum Hirschen,Grosse Gass 1, Haltingen (D),Tel. +49 7621 5106416. Geöffnet: mittwochs bis sonntags, 11–23 Uhr. www.hirschen-haltingen.de

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