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Die gefährlichsten Länder der Welt

Laut einer Studie, die über 170 Länder untersuchte, hat sich die Sicherheitslage weltweit verschlechtert. Im vergleichsweise sicheren Europa gibt es auch Regionen mit erhöhten Risiken.

Somalia, wo seit Jahren Bürgerkrieg herrscht, ist neben Afghanistan das gefährlichste Land der Welt. Das Sicherheitsrisiko ist gemäss der Risk-Map-Studie «extrem».
Somalia, wo seit Jahren Bürgerkrieg herrscht, ist neben Afghanistan das gefährlichste Land der Welt. Das Sicherheitsrisiko ist gemäss der Risk-Map-Studie «extrem».
Keystone
Das Sicherheitsrisiko in Ägypten erhöhte die Studie für 2011 von «niedrig» auf «mittel». Das erhöhte Risiko bestätigen die sozialen Unruhen, die diese Woche ausgebrochen sind.
Das Sicherheitsrisiko in Ägypten erhöhte die Studie für 2011 von «niedrig» auf «mittel». Das erhöhte Risiko bestätigen die sozialen Unruhen, die diese Woche ausgebrochen sind.
Keystone
Europa ist die sicherste Region der Welt. Laut Studie ist das Sicherheitsrisiko in Skandinavien - hier Schwedens Hauptstadt Stockholm - «unerheblich». Dasselbe gilt für die Schweiz.
Europa ist die sicherste Region der Welt. Laut Studie ist das Sicherheitsrisiko in Skandinavien - hier Schwedens Hauptstadt Stockholm - «unerheblich». Dasselbe gilt für die Schweiz.
Keystone
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Wie sicher sind Auslandsreisen in diesem Jahr? Welche Länder sollten Touristen und Geschäftsreisende meiden? Und wo kann man sich aufhalten, ohne sich grosse Sorgen machen zu müssen? Antworten auf diese Fragen liefert die kürzlich veröffentlichte Risk-Map-Studie der britischen Consulting-Firma Control Risks. Die gefährlichsten Länder der Welt bleiben Somalia und Afghanistan. In beiden Staaten gilt die höchste Risikostufe «extrem». Das bedeutet: Recht und Gesetz sind ausser Kraft, und es herrschen kriegsähnliche Zustände. Als fast ebenso gefährlich gilt Pakistan.

Um das Sicherheitsrisiko der 173 untersuchten Länder zu ermitteln, berücksichtigte die Risk-Map verschiedene Faktoren, zum Beispiel die Zahl der Diebstähle, Überfälle, Sachbeschädigungen, Betrugsfälle und Entführungen, aber auch das Ausmass von bewaffneten oder kriegerischen Konflikten sowie die Gefahr von Terroranschlägen. Die Studie unterscheidet fünf Risikostufen: unerheblich, niedrig, mittel, hoch und extrem. Die Sicherheitslage hat sich weltweit im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert.

Mittleres Sicherheitsrisiko in Ägypten

Sehr kritisch ist die Situation im Nahen Osten und in den Ländern Nordafrikas. Das Sicherheitsrisiko in Ägypten war schon vor den sozialen Unruhen, die in diesen Tagen in Gang sind, von «niedrig» auf «mittel» erhöht worden. Die Sicherheitsexperten von Control Risks können sich aber auch irren, wie die jüngsten Entwicklungen in Tunesien zeigen. Für Tunesien hatten sie das Sicherheitsrisiko als «niedrig» angegeben.

Für den afrikanischen Kontinent gibt es erwartungsgemäss schlechte Noten. In Zentral-, Ost- und Westafrika wird das Risiko in vielen Ländern mit «hoch» bewertet. So erwartet Control Risks in 13 Staaten Unruhen im Zusammenhang mit den Wahlen, unter anderem in Nigeria, der Elfenbeinküste und Zimbabwe. Problematisch ist die Lage im beliebten Reiseland Kenia, wo das Sicherheitsrisiko im Norden und Osten «hoch» ist. Zu den wenigen Ausnahmen mit einem niedrigen Risiko gehören Namibia und Botswana. Überraschend dürfte sein, dass auch politisch stabile Länder wie Südafrika mit sehr schlechten Teil-Bewertungen abschneiden. Als hochgefährlich gelten vor allem die Armenviertel südafrikanischer Metropolen.

Mexiko wird noch gefährlicher

Die Autoren von Control Risks erwarten, dass sich die Sicherheit in Mexiko im Jahr 2011 weiter verschlechtert. Als Folge der kriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen Drogenkartellen ist das Risiko von bewaffneten Überfällen und Entführungen enorm gestiegen. In weiten Teilen Mexikos gilt die Risikostufe «hoch». Wegen der Drogenkonflikte verschlechtert sich auch die Sicherheitslage in ganz Mittelamerika. In Südamerika verbesserte sich Kolumbien: Nach vielen Jahren wurde die Risikostufe von «hoch» auf «mittel» herabgesetzt. Das ist eine ähnliche Sicherheitslage wie in Peru und Brasilien. Paraguay, Uruguay, Argentinien und Chile gelten als genauso sicher wie die USA, Kanada oder Australien. Hier herrscht ein niedriges Sicherheitsrisiko.

Gemäss der Risk-Map-Studie ist das starke Anwachsen von Stadtvierteln, in denen die staatliche Gewalt teilweise ausgehebelt wird, ein sehr besorgniserregender Trend. In bis zu 25 Prozent der Fläche von Städten wie Rio de Janeiro, Sao Paulo, Buenos Aires, Bogotá und Mexiko City kämpft der Staat mit Banden um die Kontrolle.

Unerhebliches Risiko in der Schweiz

Die sichersten Länder der Welt befinden sich erwartungsgemäss im westlichen Teil Europas. «Unerheblich» ist das Sicherheitsrisiko in Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Island, Luxemburg und in der Schweiz. Zu dieser Gruppe mit dem niedrigsten Sicherheitsrisiko gehört erstmals auch Portugal. Ausserhalb Europas gibt es kein Land mit einem so geringen Sicherheitsrisiko. Damit ist Europa die sicherste Region der Welt. Wie bei den meisten europäischen Ländern ist das Sicherheitsrisiko in Deutschland «mittel».

Wie die Risk-Map-Studie weiter zeigt, gibt es in Westeuropa aber auch Regionen, in denen das Sicherheitsrisiko erhöht ist. Dabei handelt es sich um Sizilien und Teile Süditaliens, das Baskenland, Bosnien-Herzegowina, den Kosovo sowie die griechischen Metropolen Thessaloniki und Athen. In diesen Regionen und Städten besteht ein mittleres Risiko: Die staatliche Sicherheit gilt als unzureichend.

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