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Der MBA hat an Glanz verloren

Schlechtes Image, weniger Studenten – vor allem in Grossbritannien und den USA: Viele Business Schools stecken in der Krise.

«Geldgierig und skrupellos sein ist out»: Ein MBA-Absolvent bei der Abschlussfeier der Columbia University in New York. (Archivbild)
«Geldgierig und skrupellos sein ist out»: Ein MBA-Absolvent bei der Abschlussfeier der Columbia University in New York. (Archivbild)
Reuters

Den Business Schools gehen die Bewerber aus, berichtet «Spiegel online». Grund sei einerseits die wieder anziehende Konjunktur: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten nutzten viele die Gelegenheit, eine Weiterbildung wie zum Beispiel den MBA zu absolvieren, weil sie sowieso arbeitslos oder ihre Chancen auf dem Jobmarkt schlecht seien. Erhole sich die Wirtschaft wieder, würden wieder mehr potenzielle Studenten angestellt, die Studierendenzahlen sinken.

Andererseits leiden die Wirtschaftsstudiengänge laut dem Bericht an den Problemen der Finanzindustrie. Nicht nur die Zahl der Stellen habe dort abgenommen, auch das Image des Finanzsektors sei arg angeschlagen. «Sich sozial zu engagieren ist in. Geldgierig und skrupellos sein ist out.» Sogar Wirtschaftsvertreter würden deshalb den Untergang der MBA-Ausbildung beschwören.

21 Prozent weniger MBA-Studenten

Die aktuellen Zahlen aus Grossbritannien bestätigen die Befürchtungen auf den ersten Blick: Die Zahl der eingeschriebenen MBA-Studenten sei zwischen 2010 und 2012 um 21 Prozent gefallen, berichtet die «Financial Times». Sie befinde sich derzeit auf dem tiefsten Stand seit acht Jahren. Als Hauptgrund wird aber die Verschärfung der Visa-Regeln in Grossbritannien genannt: Ausländische MBA-Absolventen dürfen nach aktuellem Recht nach ihrem Abschluss nicht mehr in England bleiben, um zu arbeiten. Ein weiteres Problem seien fehlende Stipendien – die finanzielle Unterstützung von Studenten sei im Zuge der Finanzkrise in zahlreichen Ländern gekürzt worden, weshalb sich viele ein zusätzliches MBA-Studium schlicht nicht mehr leisten können.

Auch Business Schools in den USA verzeichnen laut Spiegel.de und einem Bericht der George Washington University in den letzten Jahren weniger Bewerber für MBA-Studiengänge. In Europa und Asien ist die Lage offenbar weniger alarmierend: Die Nachfrage nach dem MBA bleibe gross, vor allem in Asien, sagt Santiago Iñiquez de Onzoño, Dekan der Dean IE Business School in Madrid, gegenüber Spiegel.de. Europäische Topschulen – unter ihnen auch die IMD Business School in Lausanne – hätten dank der Internationalität der Studenten und Professoren einen Vorteil gegenüber anderen Business Schools.

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