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Berlin, Paris, London – 28'300 Schweizer profitierten von Erasmus

Das europäische Austauschprogramm Erasmus ist auch für die Schweiz eine Erfolgsgeschichte: Jährlich kommen Tausende Studenten an hiesige Universitäten – die Westschweiz und die ETHs sind besonders beliebt.

Besonders stark besucht sind die ETH Zürich und Lausanne: Student im Rolex Lernzentrum in Lausanne. (Archivbild)
Besonders stark besucht sind die ETH Zürich und Lausanne: Student im Rolex Lernzentrum in Lausanne. (Archivbild)
Keystone

Bereits 28'300 Studenten von Schweizer Universitäten haben über Erasmus ein Auslandsemester gemacht – am meisten in Deutschland, Frankreich, Spanien oder Grossbritannien. Morgen feiert das beliebte Austauschprogramm sein 25-Jahr-Jubiläum.

Das System ist einfach: Während des Studiums wechselt ein Student oder eine Studentin für ein oder zwei Semester an eine Universität in einem anderen Land. Sofern der Lehrgang der neuen Fakultät von der Schweizer Universität anerkannt ist, kann der Student nach dem Auslandaufenthalt nahtlos weiterstudieren.

Vor allem Studenten aus Europa

Die Schweizer Universitäten sind besonders beliebt. Seit über 15 Jahren stehen sie ausländischen Studierenden offen, was rege genutzt wird. Seit dem Studienjahr 1997/1998 kommen mehr Studenten in die Schweiz als von hiesigen Universitäten ins Ausland zu gehen.

So wechselten im vergangenen Studienjahr 2693 Studierende aus dem Ausland an eine Schweizer Uni, während 2382 Studenten ins Ausland gingen. Dabei scheinen die Westschweizer Universitäten am attraktivsten für Studierende aus dem Ausland zu sein.

Sie verzeichnen am meisten Austauschstudenten, zusammen mit der ETH Zürich und der ETH Lausanne. Mit Abstand am meisten Studenten kamen im vergangenen Studienjahr mit 774 Personen aus Deutschland an eine Schweizer Universität. Dahinter folgen Spanien (313), Frankreich (290) und Italien (205).

Verbesserungsbedarf bei den Punkten

Die besonders vielen Austauschstudenten seien darauf zurückzuführen, dass die Uni bereits vor 20 Jahren ein Pilotprojekt beim Medizinstudium begonnen habe, sagte Annette Charon, zuständig für internationale Beziehungen an der Universität Lausanne.

Durch die Personenfreizügigkeit dürfen Schweizer auch ohne Austausch an ausländische Universitäten. Trotzdem bleibe Erasmus wichtig, damit die im Ausland erhaltenen Kreditpunkte von Schweizer Universitäten anerkannt würden, hielt Charon fest. Die Kreditpunkte sind Voraussetzung für den Abschluss eines Studiums.

Die Kreditpunkte beschäftigen auch den Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS). Studentinnen und Studenten würden zwar von den vielen Möglichkeiten von Erasmus profitieren, sagte Manuela Hugentobler vom VSS. Allerdings gebe es nach wie vor starken Verbesserungsbedarf bei der Anrechnung der Punkte.

Guter Ruf der ETH lockt

Besonders stark besucht sind die ETH Zürich und die ETH Lausanne. Beide empfangen deutlich mehr Studenten aus dem Ausland, als dass Studierende weggehen. Dies sei vor allem auf den guten Namen der ETH zurückzuführen, vermutet Andrea Rothenbühler von der Mobilitätsstelle der ETH Zürich.

Leider gebe es noch etwas zu wenig ETH-Studenten, die ein Auslandsemester absolvierten. Im technischen und naturwissenschaftlichen Studium liege es weniger nahe, ins Ausland zu gehen, als wenn man eine Sprache studiere.

Drei Millionen Austauschstudenten in Europa

In den 25 Erasmus-Jahren haben in ganz Europa rund drei Millionen Studierende einen Austausch über Erasmus gemacht. In der Schweiz waren es zwischen 1992 und 2009 rund 26'000 Studierende. Dazu kommen über 2300 im Studienjahr 2010/2011. Weiter machten im vergangenen Jahr knapp 400 Dozierende einen Erasmus-Aufenthalt.

Das starke Wachstum soll sich auch nach dem Jubiläum fortsetzen: Bis 2020 sollen laut Prognosen weitere fünf Millionen Studierende und Dozierende in Europa einen Auslandaufenthalt machen. Zum Jubiläum gibt es eine Feier in Bern, an der auch Bundesrat Alain Berset und Isabelle Chassot, die Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz, teilnehmen.

SDA/rbi

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