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Der Wahlkampf der LiberalenLDP will Daig-Image ablegen

Die Liberalen wollen sich vor den Grossratswahlen als bescheidene, aber standfeste und konsequente Partei profilieren.

Sie wollen für die LDP in den Grossen Rat (von links): Nicole Kuster, Daniel Hettich (bisher), Emélie Dunn.
Sie wollen für die LDP in den Grossen Rat (von links): Nicole Kuster, Daniel Hettich (bisher), Emélie Dunn.
Foto: LDP

Speziell am Stelldichein der Liberalen vor den Medien war der Ort: Im Schafeck, einer kleinen Beiz im Kleinbasel, stellt die LDP ihre Strategie für die Grossratswahlen vor. Die LDP sei nicht die Partei des Daigs, als die sie oft gescholten werde, sagte Grossrat André Auderset. «Wir sind nicht laut, dafür aber standfest und konsequent», meinte Parteipräsidentin Patricia von Falkenstein. Als seriös, unaufdringlich und sachlich bezeichnete sie die Politik der Liberalen. Auf 120’000 Franken beläuft sich das Budget der LDP für den Grossratswahlkampf.

Zu den Wahlen in den Grossen Rat treten die Liberalen mit 35 Frauen und 65 Männern an. Das Wahlziel formulierte von Falkenstein bescheiden: «Wir wollen unsere Stärke erhalten.» Sie wolle lieber vorsichtig sein, sagte sie auf Nachfrage der BaZ. Schliesslich habe man beim letzten Mal massiv zugelegt, und diesmal komme dazu, dass – für die LDP ein Nachteil – die Fünfprozenthürde abgeschafft wurde.

Wähleranteil gesteigert

Der bescheidene Auftritt der Liberalen erstaunt, denn die LDP reitet seit einigen Jahren auf einer Erfolgswelle. Bei den Grossratswahlen 2016 gewann die LDP vier Mandate dazu und erhöhte ihren Wähleranteil von 9,6 auf 13,8 Prozent. Bei den Nationalratswahlen 2019 erreichte die Partei sogar 14,9 Prozent Wähleranteil. Der Wermutstropfen dabei war allerdings, dass die Gewinne hauptsächlich zulasten anderer bürgerlicher Parteien gingen.

Parteipräsidentin von Falkenstein stellte im Schafeck klar, dass ihre Gegner im rot-grünen Lager verortet sind. Die SP und die Grünen stellten lautstarke Forderungen, die die Steuerzahler viel Geld kosteten. «Wir Liberalen wollen die Steuerzahler nicht plagen», sagte sie.

Schon vor dem Klimahype

Viele Erfolge habe die LDP guten Kontakten zu Regierung und Verwaltung zu verdanken. Einiges habe die LDP auch lange vor den lauten Forderungen anderer aufs Tapet gebracht. Solarenergie über Fassaden oder Dachbegrünungen seien von den Liberalen aufs Tapet gebracht worden, als es die laute Klimabewegung noch gar nicht gab.

Die Jungliberale Emélie Dunn warb vor den Medien für generationenübergreifendes Arbeiten. Sie engagiert sich für die Jungen und für die Kultur. Grossrat Daniel Hettich versprach, für die Interessen des Gewerbes und der Gemeinde Riehen einzutreten: «Für eine Landgemeinde braucht es bessere Lösungen.» Und Nicole Kuster lobte die erfolgreiche Bildungspolitik der Liberalen. Sie möchte mehr Mittel für die Bildung, damit etwa die Lehrkräfte bei der integrativen Beschulung besser unterstützt würden oder Fremdsprachige vermehrt schon vor der Einschulung Deutsch lernen könnten.

2 Kommentare
    Hampe Pauli

    Das einfachste wäre ja diesen alten Zopf aufzulösen und sich mit der FDP zusammen tun, als die Liberalen Basel-Stadt!