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Wenn zwei Welten aufeinanderprallen

Die Tanz-Show «Break the Tango» kommt nach Basel.

Ästhetisch und prägnant. Die Tango-Weltmeister German Cornejo und Gisela Galeassi in «Break the Tango».
Ästhetisch und prägnant. Die Tango-Weltmeister German Cornejo und Gisela Galeassi in «Break the Tango».
René Tanner

Tanz ist, wie alles, Veränderungen unterworfen. Tanzstile wandeln sich mit der Zeit, werden abgeändert und erhalten in manchen Fällen eine komplett neue Erscheinung. Als German Cornejo, der Choreograf und Tango-Weltmeister, und der Produzent und Betreiber der Maag-Halle, Darko Soolfrank, vor einigen Jahren in Zürich aufeinandertrafen, geschah genau das. Zusammen entwickelten sie die Idee, dem Tango neue Charakterzüge zu verleihen. Inspiriert von klassischen Tanzstilen, Elektrotango, Hip-Hop und später unterstützt durch den Schweizer Breakdance-Choreografen Björn Meyer entstand dabei die Tanzshow «Break the Tango».

Der Name verrät bereits einiges: In «Break the Tango» trifft Tango auf Streetdance. Diese Begegnung wirkt nicht immer friedlich. Vielmehr vermitteln einige Szenen eher den Eindruck, als ob sich die Tänzer der jeweiligen Stilrichtungen gegenseitig die Stirn bieten möchten. Dabei vermischen sich Tangorhythmen mit denen des Breakdances, und die Bewegungen der Tänzer greifen ineinander über. Einmal tanzen die Frauen gegen die Männer an, wobei sich die grazilen Bewegungen mit den kräftigeren messen. Dann wieder fügen sich alle zu einer Gruppe zusammen und tanzen synchron und gleichmässig und wirken dabei wie ein einzelnes vielköpfiges Wesen.

Hochspannung von Anfang an

«Break the Tango» beginnt alles andere als besonnen und ruhig. Vom ersten Moment an, in dem die Tänzer die Bühne betreten, herrscht Hochspannung. Nicht selten gleichen die tanzenden Paare eher Kunstturnern, wie sie sich verrenken, auf wackeligen Stühlen balancieren und kurzzeitig in gefährlichen Standfiguren verharren.

Dies wird von der Breakdance-Gruppe mit nicht weniger athletischen Choreografien erwidert, wobei in wilden Drehungen und einer Reihe Hand- und Kopfstände teilweise fast vergessen geht, wem welche Extremitäten zuzuschreiben sind.

Immer wieder überraschen die breit gefächerten Fähigkeiten der Tänzer. So wechselt Pamela Pucheta scheinbar mühelos vom Tango in eine klassische Balletteinlage, um einige Zeit später, an Stoffbändern befestigt, eine Tanzeinlage in der Luft darzubieten. Während die Tänzer mit solchen Einlagen das Tempo von «Break the Tango» stets erhöhen, gelingt es der Sängerin Gisela Lepio dennoch, bei jedem ihrer Auftritte die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Mit ihren Gesangseinlagen schafft sie dabei einige beeindruckende Höhepunkte der ganzen Show, wobei alle Bewegung um sie herum beinahe vergessen geht.

Willkommene Verschnaufpause

Mit Beyoncés «Halo» verschafft Gisela Lepio dem Abend einen der wenigen ruhigen Momente und trifft dort, wie auch bei ihren restlichen Einlagen, scheinbar mühelos jeden Ton. Die Nummer der beiden Weltmeister German Cornejo und Gisela Galeassi, die passend zum Lied langsamer getanzt wird und etwas besonnener wirkt, ist ebenfalls eine willkommene Verschnaufpause. Besonders in diesen Augenblicken werden die exakten Bewegungen und das genaue Zusammenspiel der beiden Tanzpartner zu einem ästhetischen Erlebnis.

Mit «Break the Tango» ist eine Tanzshow gelungen, die sowohl alte als auch neue Tanzstile abwechselnd in einem Miteinander und einem Gegeneinander auftreten lässt. Mit Tänzern und Musikern in Höchstform entstehen so spannende Momente, in denen neue und interessante Kombinationen der Stile die Bühne erfüllen. Nur hin und wieder wünscht man sich doch etwas von der alten Sinnlichkeit des Tangos zurück, die, gemischt mit dem Ambiente einer rauchigen Bar, der Show eine weitere Dimension verliehen hätte.

23. bis 25. 2., Musical-Theater, Basel. www.breakthetango.com

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