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Liliom zickt, zockt und zückt

Barbara Freys Wiener Molnár-Inszenierung wurde im Schiffbau bejubelt – zu Recht. Den Bilderwirbel liess sie in Zeitlupe ablaufen.

Strizzi und Madonna: Nicholas Ofczarek (links) und Katharina Lorenz.Foto: Georg Looulek, Burgtheater Presse
Strizzi und Madonna: Nicholas Ofczarek (links) und Katharina Lorenz.Foto: Georg Looulek, Burgtheater Presse

Dieser Prater ist ein Theaterparadies: Da schlängelt sich spektakulär die Wiener Dizzy-Mouse-Bahn, drumherum leuchten tausend Glühbirnchen, und die Pappkatze reisst ihr Riesenmaul auf, das in Wien die rasenden Mouse-Wagen verschlingt.

Bei Barbara Frey allerdings rast nichts. Im Gegenteil: Die Chilbi-Bühne, die Bettina Meyer 2013 für Freys zweieinhalbstündigen Burgtheater-Abend «Liliom» gebaut hat, der nun im Schiffbau gastiert, dreht sich in Zeitlupe – ein Karussell im poetischen und investigativen Ritardando: Die Regisseurin zerlegt den Bilderwirbel in Stills mit Beweiskraft. Beim Drehen entpuppt sich die Rückseite der Katze als biedermeierliche Blümchentapete samt Sofa, wo die schwangere Julie auf ihren Strizzi wartet, den Liliom. Auf der Rückseite des Chilbi-Klos wiederum ist das verstaubte Jenseits-Büro, geführt seit Anbeginn der Zeit von einem faltigen Bürohengst in Beige. Wer hier landet, den hats aus der Achterbahn des Lebens hinausgespült.

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