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«Im Theater muss man tun und sein»

John Malkovich, der Schauspieler, Regisseur und Modemacher, gibt heute in Winterthur den Casanova. Und weil es ein Mozart-Projekt ist, singt er auch.

«In Europa hat man mehr Sinn für Grautöne»: John Malkovich beim Interview in Winterthur.
«In Europa hat man mehr Sinn für Grautöne»: John Malkovich beim Interview in Winterthur.
Nicola Pitaro

Herr Malkovich, 2009 gaben Sie im Musiktheaterstück «The Infernal Comedy» den Frauenmörder Jack Unterweger. Das gleiche Team aus Wien konnte Sie 2011 für «The Giacomo Variations» gewinnen, ein Musiktheater über den Frauenjäger Casanova – mit Musik von Mozart. Was reizt Sie an diesen ungewöhnlichen Kammeropern? Es ist eher andersherum: Ohne die komplexe Struktur der Oper und das tolle Libretto hätte mich die Figur des Serienmörders nicht interessiert. Casanova ist allerdings ein anderes Kaliber: Er war hochintelligent, ein erstklassiger Geschichtenerzähler und ein brillanter Chronist seiner Zeit. Diesmal bin ich zwar ebenso hingerissen von der fliessenden Form des Gesamtkunstwerks, die alles verbindet, von der Macht der Musik und von der Zusammenarbeit mit den Musikern, die das achtsamste Publikum überhaupt sind. Ausserdem aber fasziniert mich die schillernde Figur sehr; durch das fantastische Skript konnte ich mich ihm von innen annähern, und wir haben es, glaube ich, geschafft, den vorgefassten Meinungen den Garaus zu machen.

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