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Für ein flexibleres Theater

Ja, das Theater hat ein Relevanzproblem. Aber nicht seine Künstler haben den Zugang zur Gegenwart verloren, sondern seine Betriebe. Es ist darum Zeit für eine Reform der Theaterförderung.

MeinungVon Andreas Tobler und Christoph Fellmann
«Marat, was ist aus unserer Revolution geworden?» fragt Regisseur Volker Lösch in seiner aufsehenerregenden Hamburger Arbeit mit Hartz IV-Empfängern. Foto: Barbara Braun
«Marat, was ist aus unserer Revolution geworden?» fragt Regisseur Volker Lösch in seiner aufsehenerregenden Hamburger Arbeit mit Hartz IV-Empfängern. Foto: Barbara Braun

Tolstoi, Dostojewski, Balzac – die drei grossen Romanciers des 19. Jahrhunderts hatten eines gemeinsam: Wenn sie die Gesellschaft porträtierten, beschrieben sie den Zuschauerraum eines Theaters. Zu Recht. Zu ihren Zeiten war das Theater ein zentrales Forum der intellektuellen Öffentlichkeit. Das Bürgertum machte im und auf dem Theater seine Ansprüche stark, die mit Aufklärung und Französischer Revolution entstanden waren. Das Theater und seine damaligen Stücke waren dafür perfekt. Kein Wunder, installierte die aufstrebende bürgerliche Gesellschaft in jeder Stadt so ein Haus. Das erste Stadttheater von Basel wurde 1834 eröffnet und hatte 1300 Plätze – für eine Stadtbevölkerung von damals 26'000 Menschen.

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