Ein kleiner Schweizer Held für die ganze Familie

Das Theater Basel zeigt den «Schellen-Ursli» als Familienoper und weckt dabei bei mehreren Generationen Kindheitserinnerungen.

Die Produktion in Zusammenarbeit mit der Mädchen- und Knabenkantorei Basel, wird in deutscher Sprache gespielt und für Kinder ab sechs Jahren empfohlen.

Die Produktion in Zusammenarbeit mit der Mädchen- und Knabenkantorei Basel, wird in deutscher Sprache gespielt und für Kinder ab sechs Jahren empfohlen.

(Bild: Kim Culetto, Theater Basel)

Die Premiere der Familien-Oper am 29. November auf der kleinen Bühne des Theater Basels weckt Erinnerungen. Vor 74 Jahren veröffentlichten die Autorin Selina Chönz und der Künstler Alois Carigiet ihr Buch über den «Schellen-Ursli», der seither zu einer Kultfigur der Gutenachtgeschichten geworden ist.

Über Jahrzehnte fieberten Kinder mit Ursli und seiner kleinen Schwester Flurina mit – die jüngste Generation sitzt an diesem Abend im Theater Basel. Die Familienoper von Marius Felix Lange, einem der meistgespielten und erfolgreichsten Komponisten von Opern für junge Menschen, orientiert sich an der «Engadiner Trilogie», zu welcher die Folgewerke „Flurina und das Wildvöglein, Schellenurslis Schwester“ und «Der grosse Schnee» zählen.

Mutige Geschwister

Während die Musiker ihre Instrumente einstimmen, können die Zuschauer einen ersten Blick auf die Bühne werfen, auf welcher sich ein Berg aus verschneiten Holzharassen stapelt. Der Frühling naht in Guarda und so soll der Winter beim alljährlichen Chalandamarz mit lautem Glockengeläut der Engadiner Kinder endgültig vertrieben werden.

Der kleine Ursli, gespielt von Aaron Christ, erhofft sich die schwerste und schönste «Plumpa». Doch während die anderen Kinder grosse Glocken bekommen, hat Onkel Gian für ihn nur noch eine winzige Geissenschelle übrig. Der Junge, von den Dorfkindern als Schellenursli verspottet, fasst einen Plan: Er will noch am gleichen Tag auf den Maiensäss steigen und sich die grosse Kuhglocke holen. Doch der Aufstieg ist gefährlich und der Winter noch nicht vorüber. Zuhause machen sich die Eltern immer grössere Sorgen, denn ein Schneesturm zieht auf und von Ursli ist weit und breit keine Spur. Als seine kleine Schwester Flurina, gespielt von Mira Feigel, ihrem Bruder folgt, um ihn zu warnen, spitzt sich die Situation weiter zu. Wird Ursli seine Plumpa bekommen? Führt Flurinas Vögelchen sie zu ihrem Bruder? Und kommen beide heil nach Hause?

Starkes Team

Unter der musikalischen Leitung von Stephan Delaney und der Inszenierung des jungen Basler Regisseurs Tim Jentzen, kommt ein Stück auf die Beine, welches Jung und Alt ans Theater Basel lockt. Die Produktion in Zusammenarbeit mit der Mädchen- und Knabenkantorei Basel, wird in deutscher Sprache gespielt und für Kinder ab sechs Jahren empfohlen. Es ist ein engagiertes Projekt ein Familienstück als Oper zu verpacken. Doch wer seinen Kindern eine traditionelle Schweizer Geschichte und das Genre der Oper näher bringen möchte, kommt bei «Schellen-Ursli» auf seine Kosten und kann zudem in nostalgischen Erinnerungen schwelgen.

Neben dem Nachwuchs, welcher als Geschwisterpaar, als Dorfkinder und Guardas Tierwelt auftritt, sind auch erwachsene Opernsänger Teil des Ensembles: Ena Pongrac spielt zur Uraufführung die Mutter, Dmytro Kalmuchyn den Vater und Raphael Sigling gibt als Onkel Gian und Personifizierung des Winters sein Bestes. Im Elvis-Kostüm lamentiert er über die lauten Glocken der Engadiner Kinder, welche ihn jedes Jahr vertreiben. Kontrastiert wird der traditionelle Stoff mit den Kostümen von Pascal Seibicke, welcher ebenfalls fürs Bühnenbild zuständig war. In Jeanshemden, -röcken und –hosen läuten die Engadiner das Ende des Winters ein.

Über die Weihnachtstage bis ins neue Jahr tritt das Ensemble in unterschiedlicher Besetzung am Theater Basel auf: Noch bis am 07. Januar 2020 ist die Familien-Oper über ein mutiges Schweizer Geschwisterpaar auf der kleinen Bühne zu sehen – und zu hören.

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