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Die Herren der Lage

Stefan Bachmann überführt Max Frischs frühe Freiheitskämpfer-Moritat «Graf Öderland» in ein düsteres Wutbürger-Setting. Uns Zeitzeugen kommt das bekannt vor.

Graf und Gräfin (Thiemo Strutzenberger, Linda Blümchen) brennen für die Rebellion. Foto: Birgit Hupfeld
Graf und Gräfin (Thiemo Strutzenberger, Linda Blümchen) brennen für die Rebellion. Foto: Birgit Hupfeld

Die Axt steckt schon im Boden. Für jeden sichtbar, und noch bevor das erste Wort fällt, hat es Graf Öderlands Mordwerkzeug auf die Grosse Bühne geschafft. Zwischen den Musikern wartet die Klinge geduldig wie ein Nibelungenschwert auf den Vollstrecker, der kühn genug ist, sie zu ergreifen.

In Stefans Bachmanns Basler Version von Max Frischs «Graf Öderland» ist es eine junge Frau, die die Axt aus dem Boden zieht und so einen aus Pflicht und Ordnung ausgebrochenen, durch die Wälder irrenden Staatsanwalt erst zur bewaffneten Rebellion ermächtigt. Inge heisst die Frau. Was sie aus ihrem Köhlerdorf forttreibt, passt in einen ­gruselig komischen Provinzler-Slapstick – und lässt sich in zwei Worte fassen: Suppenfrass und Po-Grapschereien.

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