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Prometheus und kein Ende

«Prometheus – Entfesselung der Kräfte» lautet das Motto der diesjährigen Zürcher Festspiele. Die Eröffnungsrede von Rüdiger Safranski über den Gott, der den Menschen das Feuer brachte.

Einer der renommiertesten Intellektuellen Deutschlands: Autor und Literaturwissenschaftler: Rüdiger Safranski.
Einer der renommiertesten Intellektuellen Deutschlands: Autor und Literaturwissenschaftler: Rüdiger Safranski.
zvg
Hier fand die Eröffnungsmatinee der Festspiele statt, im Zürcher Schauspielhaus.
Hier fand die Eröffnungsmatinee der Festspiele statt, im Zürcher Schauspielhaus.
Keystone
Zur Strafe liess der Göttervater Prometheus in Ketten legen und Jahrhunderte lang Qualen erleiden (Skulptur von Nicolas-Sébastien Adam).
Zur Strafe liess der Göttervater Prometheus in Ketten legen und Jahrhunderte lang Qualen erleiden (Skulptur von Nicolas-Sébastien Adam).
zvg
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Prometheus ist ein menschenfreundlicher Gott: er stiftet die Menschen zum Opferbetrug an; er raubt das himmlische Feuer, um es den Menschen zu bringen und wird dafür bestraft. Er ist, wie Christus, ein stellvertretend für das Menschengeschlecht leidender Gott. Der Gott als Menschenfreund ist ganz und gar ungewöhnlich, sogar im Christentum haben wir es mit einem so zornigen Gott zu tun, der offenbar nur durch den Opfertod seines Sohnes versöhnt werden konnte.

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