Von diesem Konzert haben alle etwas

Larry Carlton ist einer der grössten Jazzgitarristen Amerikas. Jetzt beglückt er Basel mit einem seltenen Konzert.

Er hat mit Michael Jackson gearbeitet und mit Steely Dan. Und er geniesst die Bewunderung des Kollegen Steve Lukather.

Er hat mit Michael Jackson gearbeitet und mit Steely Dan. Und er geniesst die Bewunderung des Kollegen Steve Lukather.

Diesen Freitag spielt Larry Carlton im Atlantis. Der heute 71-jährige Gitarrenvirtuose wirkt wie ein Mann aus einer längst vergangenen Zeit. Als er 1968 sein erstes Soloalbum «With a Little Help From My Friends» veröffentlichte, befand sich der Jazz im Niedergang. Der Grund: Er war gerade dabei, seinen Status als führenden Musikstil an den Rock zu verlieren. Kein guter Zeitpunkt für Larry Carlton, eine Karriere als Jazzmusiker anzustreben. Egal, ob er beim grossen Joe Pass studiert und diesen später als Gitarrist in George Shearings Band ersetzt hatte.

Zum Glück war Carlton anpassungsfähig genug, um die schwierige Wende im amerikanischen Musikgeschäft zu meistern. Schnell machte er sich in Los Angeles einen Namen als Studiomusiker und spielte ab 1970 für so unterschiedliche Künstler und Künstlerinnen wie Michael Jackson, Steely Dan und Joni Mitchell. Mit dem klaren Klang seiner halbakustischen Gibson ES-335 veredelte Carlton Hunderte Tonträger, dazu kamen unzählige TV-Titelmelodien und Film-Soundtracks, an denen er als Instrumentalist oder Komponist mitgearbeitet hatte.

Ein Meister an der Gitarre

Carlton zeigt vor allem bei eigenen Projekten seine ganze Meisterschaft auf der Gitarre. Er kombiniert Lässigkeit mit Präzision, Innovationskraft mit Eingängigkeit. Live lädt er gerne überraschende Gäste zu sich auf die Bühne. Dazu gehört auch immer wieder Steve Lukather von der Soft-Rock-Band Toto. Lukather, selber ein gefragter Studiocrack, ist voll des Lobes für Carlton. «Wenn wir zusammen auftreten, halte ich oft inne und beobachte Larry, wie er vierstimmige Improvisationen aus dem Ärmel schüttelt», sagte Lukather unlängst der BaZ.

Um das Basler Gastspiel der Larry Carlton Band rentabel durchführen zu können, ging das Atlantis eine Zusammenarbeit mit der Jazzagentur Offbeat ein. Ursprünglich wollte Programmchef Lawrence Pawelzik den Amerikaner allein nach Basel holen. Mit diesem Entscheid sorgte er bei Urs Blindenbacher von Offbeat für Irritationen. Jahrelang hatte dieser immer wieder versucht, Carlton zu buchen. Nun hatte ein anderer Veranstalter Offbeat den Act weggeschnappt.

Aus der Konkurrenzsituation heraus entwickelten Pawelzik und Blindenbacher schliesslich eine Kooperation. Zusammen könnten Atlantis und Offbeat das finanzielle Risiko besser schultern, dass nun mal entstehe, wenn ein Musiker von Larry Carltons Rang in einem kleinen Club spiele, erklärten Pawelzik und Blindenbacher Ende August bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Das Konzert mit Larry Carlton hat für beide Veranstalter Signal- und Strahlkraft. Zukünftig will das -tis nämlich neue Akzente setzen und vermehrt internationale und lokale Jazz-Acts programmieren. 2019 ist Offbeat zum ersten Mal seit langer Zeit wieder im Traditionslokal am Klosterberg, wo Urs Blindenbacher zwischen 1991 und 2002 viele denkwürdige Konzerte veranstaltete. Zudem beginnt die Offbeat-Saison 2019/2020 jetzt mit einer zugkräftigen Exklusivität. So bald wird man Carlton nicht wieder in der Schweiz erleben.

Atlantis, Basel, Klosterberg 13.Freitag, 13. September, 21 Uhr.www.offbeat-concert.chwww.atlantis-basel.ch

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