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Unverschämt sexy, mit grimmiger Komik

Mike Patton, Kopf von Faith no More, stand mit einem 24-köpfigen Orchester auf der Bühne des nobelsten Konzertsaals im Land. Und sang italienische Schnulzen. Es war sensationell.

Brachte zwei proletarische Hauptgenres der Populärmusik zur Fusion: Mike Patton.
Brachte zwei proletarische Hauptgenres der Populärmusik zur Fusion: Mike Patton.
Keystone

Eben klapperte Mike Patton mit seiner alten Band noch die Open Airs ab und spielte mit Faith No More den Metal-Rock, der in den frühen 90erJahren der State of the Art war. Jetzt steht er inmitten eines 24-köpfigen Orchesterchens auf der Bühne des nobelsten Konzertsaals im Land und singt italienische Schnulzen der 50er- und 60er-Jahre. Doch der Schmetter und das Adrenalin, das er aufbringt, machen schnell klar: Dies ist auch ein Rockkonzert, und wahrlich ein härteres und dringenderes, als es die Wiederaufführung der alten Hits der alten Band je sein könnte. Und das nicht nur, weil im ersten Song der Notenständer zu Boden geht, im zweiten ein Mund voll Spucke und im dritten, ihrem eindeutig lasziven Seufzer nach zu urteilen, eine Konzertbesucherin in Reihe 11.

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