Zum Hauptinhalt springen

Schelte aus Moskau nach ukrainischem Triumph

Russische Politiker haben den Sieg der ukrainischen Sängerin Jamala in Stockholm als politische Entscheidung verurteilt.

Fit mit Rykka: Die Schweizer Darbietung beim zweiten Halbfinal fiel durch, wie die offiziellen Resultate beweisen. (11. Mai 2016)
Fit mit Rykka: Die Schweizer Darbietung beim zweiten Halbfinal fiel durch, wie die offiziellen Resultate beweisen. (11. Mai 2016)
Martin Meissner, Keystone
Politischer Inhalt: Das Siegerlied aus der Krim sorgt für Empörung in Russland. (14. Mai 2016)
Politischer Inhalt: Das Siegerlied aus der Krim sorgt für Empörung in Russland. (14. Mai 2016)
Jonathan Nackstrand, AFP
epa05304808 Iveta Mukuchyan representing Armenia performs during rehearsals for the Grand Final of the 61st annual Eurovision Song Contest (ESC) at the Ericsson Globe Arena in Stockholm, Sweden, 13 May 2016. The grand final takes place on 14 May.  EPA/MAJA SUSLIN SWEDEN OUT
epa05304808 Iveta Mukuchyan representing Armenia performs during rehearsals for the Grand Final of the 61st annual Eurovision Song Contest (ESC) at the Ericsson Globe Arena in Stockholm, Sweden, 13 May 2016. The grand final takes place on 14 May. EPA/MAJA SUSLIN SWEDEN OUT
Keystone
1 / 35

Die Reaktion aus Russland nach dem Eurovision Song-Contest (ESC) überrascht kaum. «Es waren nicht die ukrainische Sängerin Jamala und ihr Lied ‹1944›, die den ESC 2016 gewonnen haben, es war ein Sieg der Politik über die Kunst», sagte der russische Senator Franz Klinzewitsch am Sonntag russischen Nachrichtenagenturen.

Möglicherweise solle Russland im nächsten Jahr dem Wettbewerb fernbleiben, der dann in der Ukraine ausgetragen wird. Der Vorsitzende des Aussenausschusses im russischen Oberhaus, Konstantin Kotschatschew, erklärte auf seiner Facebook-Seite, «der Punktzahl nach hat die Geopolitik die Oberhand gewonnen».

Politische Gedankenspiele

Der Sieg beim ESC könne die prowestliche Führung der Ukraine ermutigen und den ohnehin stockenden Friedensprozess im Osten der Ukraine weiter in Mitleidenschaft ziehen. «Aus diesem Grund hat die Ukraine verloren», erklärte er.

Jamala besingt in «1944» die Deportation der Krimtataren unter dem sowjetischen Diktator Josef Stalin. Die Krimtataren hatten wegen dieser Erfahrung auch gegen die Annexion der Krim im Jahr 2014 protestiert - und bekommen seitdem Moskaus Härte zu spüren. Jamalas Lied hatte bereits im Vorfeld des ESC in Russland Kritik ausgelöst.

«Russland den Sieg geraubt»

Die auflagenstarke Zeitung «Komsomolskaja Prawda» überschrieb ihren Artikel zum ESC mit dem Titel «Wie die europäische Jury Lazarew den Sieg geraubt hat». Wegen des politischen Inhalts des Gewinnerliedes müssten die Ergebnisse überprüft werden.

Der russische Sänger Sergej Lazarew war im Vorfeld als Favorit gehandelt worden, landete letztlich aber auf dem dritten Platz. Beim Publikum lag Lazarev zwar vorn - bei der Jury schnitt er jedoch nicht so stark ab.

Um die Spannung zu erhöhen und tatsächlich erst am Ende der Auszählung den Sieger zu kennen, wurden in diesem Jahr die jeweils fünfzig Prozent der Gesamtpunkte ausmachenden Punkte von Jury und Publikum getrennt vorgetragen. In der Summe führte dies dazu, dass Jamala 534 Punkte hatte, die zweitplatzierte Australierin Dami 511 Punkte und Lazarew 491 Punkte.

SDA/fal

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch