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Rechnungsbetreff: Viermal Foltern

Die Band Skinny Puppy hat US-Präsident Barack Obama eine Rechnung für die Verwendung ihrer Musik zu Folterzwecken in Guantánamo geschickt.

In einem Interview mit der Zeitung «Phoenix New Times» behauptete Skinny-Puppy-Gründer cEvin Key, man habe «zuverlässig mitbekommen, dass unsere Musik im Gefängnis in Guantánamo Bay benützt worden ist, um Leute mit Musik zu foltern». Dies sei «mindestens viermal» geschehen. Die Band habe sich daraufhin entschlossen, der amerikanischen Regierung «eine Rechnung» zu präsentieren. Skinny Puppys (eine Band aus Kanada) zwölftes Studioalbum heisse deshalb «Weapons» (Waffen) und enthalte eine Zahlungsaufforderung an Washington «für musikalische Dienstleistungen», so Kay.

Mehrere US-Regierungen haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten Rockmusik zu Folter- und Einschüchterungszwecken spielen lassen. So wurde etwa die Botschaft des Vatikans 1989 mit Van Halens «Panama» beschallt, nachdem der panamaische Autokrat Manuel Noriega dort Zuflucht gesucht hatte. Während des ersten Irakkriegs 1990 dröhnten Songs der Hardrock-Combos AC/DC und Metallica über die Schlachtfelder, um irakische Verbände zu ängstigen. «Diese Leute haben noch nie Heavy Metal gehört, die können das nicht ertragen», wurde ein amerikanischer Unteroffizier damals zitiert: «Wenn du das 24 Stunden spielst, bauen Gehirn- und Köperfunktionen ab, dein Gedankenfaden reisst ab und dein Wille wird gebrochen.»

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