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Pop-Briefing: Auf heiligem Boden

Die frische Popkolumne – diese Woche mit FKA Twigs, der Suche nach einem mysteriösen Song und einem Appell der Schweizer Musiker.

Benedikt Sartorius
Sie weint nicht: FKA Twigs im neuen Clip zu «Holy Terrain». Foto: Screenshot Youtube
Sie weint nicht: FKA Twigs im neuen Clip zu «Holy Terrain». Foto: Screenshot Youtube

Das muss man hören

Was ist hier echt, was ist hier fake? Nun, das konnte man sich vor fünf Jahren fragen, als FKA Twigs mit ihren Second-Life-Soul-Songs wie «Two Weeks» in der Welt aufgetaucht ist. Mittlerweile weiss man: FKA Twigs erschuf damals die Blaupause für den fluiden Popsong von heute – die Autorschaft ist ja im Playlistzeitalter nicht mehr so wichtig, und echte Gefühle kann man ja auch mit einer einfachen Wischbewegung eliminieren.

Ende Oktober erscheint nun mit«Magdalene» das zweite Album von FKA Twigs. Wie es sich anhört, davon geben die beiden ersten Singles eine Ahnung: «Cellophane» war schon fast eine klassische Break-up-Tränenballade von einer, die sich immer hyperkünstlich angehört hat. Im Track «Holy Terrain», den sie mit dem singenden Rapper Future eingesungen hat, geht es um die schwüle Liebe und die Frage, ob denn der Mann nach dem Beischlaf noch bei ihr bleiben werde. Am Schluss weint jedenfalls der Rapper, wenn er klagt «I cry, I cry». Schon gut.

Darüber wird gesprochen

Was ist denn das für ein Song? Niemand scheint das zu wissen, weil neben dem Radio-DJ, der dieses mysteriöse Lied erstmals gespielt hat, auch die Songerkennungs-App Shazam den Urheber nicht ausfindig machen konnte. Was man weiss: Die Spuren führen nach Deutschland. Sachdienliche Hinweise über die Herkunft des Songs werden selbstverständlich gerne entgegengenommen.

Das Schweizer Fenster

Der Nationalrat will künftig Hotels, Ferienhausbesitzer, Spitäler und Gefängnisse von der Urheberrechtsvergütung befreien. Gegen diesen Punkt wehren sich nun einige namhafte Schweizer Musikschaffende – von Nik Bärtsch, Büne Huber über Sina bis hin zu Trauffer. In einem offenen Brief sagen sie: «Wir verschenken unsere Arbeit nicht!» Ob sie Erfolg haben werden? Zu hoffen ist es.

Was blüht

Mit «Atrocity Exhibition» hat Danny Brown vor drei Jahren ein Album aufgenommen, das zu den gewichtigsten und verrücktesten Rap-Veröffentlichungen dieser Zeit zu zählen ist. Und das liegt nicht nur an der atemlosen Gipfeltreff-Single «Really Doe», in der sich Brown mit Kollegen wie Kendrick Lamar oder Earl Sweatshirt misst.

Nun ist der erste Vorbote seines kommenden Albums «uknowhatimsayin¿» erschienen. Es soll, so Brown, seine Version eines Stand-up-Comedy-Albums sein. «Dirty Laundry» heisst die recht lustige und doch recht drastische Single. Wie es bei ihm weitergehen wird? Die Albumveröffentlichung ist jedenfalls für den 5. Oktober terminiert.

Das Fundstück

Das Kunsthaus Langenthal kümmert sich in der aktuellen Schau «Dig Drill Dump Fill Push Pull Empty Full» um die Bilderbücher und die Kindermusik aus den 70er-Jahren. Zu hören ist dort auch dieser Mix des Hamburger DJs Booty Carrell, der zeigt, wie wunderbar verrückt Kindermusik klingen kann.

Die Wochen-Tonspur

Das schönste Lied des Jahres? Könnte «Back on Love» des Kanadiers Sandro Perri sein. Aber bevor man bei diesem Titel in der Playlist angelangt ist, gibt es auch noch die neuen Manifeste der Algiers und von Moor Mother zu hören.

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