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«Noch ist es nicht dunkel, aber bald»

Teil 5 der Video-Serie zum 70. Geburtstag von Bob Dylan: 1997 veröffentlichte er das tieftraurige Album «Time Out Of Mind».

Brillianter Song aus brilliantem Album: «Not Dark Yet» von der CD «Time Out Of Mind». Quelle: Youtube

Nicht nur unter jüngeren Dylan-Fans zählt der Song «Not Dark Yet» aus dem Jahr 1997 zum Besten, was Dylan je komponiert hat. «Es ist noch nicht dunkel», singt er da, «aber langsam wird es das». Und: «Ich bin hier geboren und sterbe hier - gegen meinen Willen.»

Hatte er eine Vorahnung? Dylan hätte 1997 (unter anderem) auf dem Zürcher Platzspitz ein Konzert geben sollen. Dieses musste jedoch kurzfristig abgesagt werden, da er an einer Herzbeutelinfektion erkrankt war. Dylan sprang dem Tod nur knapp von der Schippe.

«Ich werde meine Gefühle nicht verleugnen»

Dylan schrieb alle Songs der CD «Time Out Of Mind» 1996, als er auf seiner Farm in Minnesota eingeschneit war. Die Lieder wirken entsprechend düster. «Ich werde meine Gefühle nicht verleugnen, nur weil sie dem einen oder anderen eventuell hoffnungslos erscheinen», so Dylan 1997 in der «New York Times».

300'000 Zuhörer - und der Papst

Im gleichen Jahr überraschte Dylan seine Fans mit einem Auftritt vor Papst Johannes Paul II. Nicht weniger als 300'000 Menschen waren zugegen, als der damals 56-Jährige in Bologna «Knocking On Heaven's Door», «Forever Young» und «Hard Rain» sang.

Die Tristesse der Inhalte auf «Time Out Of Mind» schmälert die Qualität der Lieder nicht, im Gegenteil. «Time Out Of Mind» gilt – vielleicht mit Ausnahme von «Oh Mercy» – als Dylans beste Platte seit« Blood On The Tracks» aus dem Jahr 1975.

Mit 65 Jahren wieder die Nummer 1

Das Album endet mit einem 17-minütigen Endzeiten-Epos namens «Highlands». Viele Dylan-Fans sahen mit diesem Song das Ende der Dylan-Ära besiegelt. Sie irrten sich: 2001 folgten die Alben «Love And Theft», 2006 «Modern Times», 2009 «Together Through Life» und «Christmas in The Heart».

Übrigens: Mit «Modern Times» schaffte Dylan im hohen Alter von 65 Jahren, was keiner Platte mehr seit «Desire »(1976) vergönnt war: Den Sprung auf den ersten Platz der US-Charts.

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