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New Yorker Raplegende beehrt das Rheinknie

Mit Big Daddy Kane macht am Samstag einer der schillerndsten US-Rappioniere im Basler SUD Halt. Grund genug, sich wieder einmal mit Rap aus New York zu beschäftigen.

New York, die Wiege der HipHop-Kultur, hat im Rap-Universum zwar nicht mehr dasselbe Musikmonopol wie während der 80er- und frühen 90er-Jahre. Tonangebend ist die Stadt aber immer noch. Nicht nur dank neuer Haudegen wie ASAP Rocky, Action Bronson und Nicky Minaj, sondern auch durch lebende Legenden wie Big Daddy Kane, Mobb Deep und Nas (Jay-Z und 50 Cent klammern wir hier einmal aus).

Während Nasty Nas aktuell das 20-Jahr-Jubiläum seines bahnbrechenden Albums «Illmatic» mit einer aufpolierten Wiederveröffentlichung feiert, präsentieren seine Queens-Kumpel von Mobb Deep ihr brandneues Album «The Infamous Mobb Deep», auf dem sich das Duo von seiner besten Seite zeigt. Raw and dirty, fast wie früher!

Big Daddy Kane – ein New Yorker Mythos

Jetzt meldet sich sogar der in Europa fast schon tot geglaubte Rapper Big Daddy Kane wieder zu Wort, einer der ersten Rap-Superstars. Im Gegensatz zu seinen NY-Homies hat Big Daddy Kane zwar keine neue Veröffentlichung vorzuweisen – dafür aber kommt B.D.K. diesen Samstag, 26. April, für ein Konzert ans Rheinknie. Genauer gesagt: ins Kleinbasler SUD. Zur Erinnerung: Big Daddy Kanes erste Single «Raw» avancierte 1987 zum Untergrundhit, sein Debutalbum «Long Live The Kane» und insbesondere der Song «Ain't No Half Steppin'» schlugen 1988 ein wie eine Bombe – damals war Nas zarte 15 Jahre alt.

In den folgenden Jahren erarbeitete sich der Mcee aus Brooklyn ein Renommee, das ihm bis heute bei vielen Fachleuten einen Platz unter den zehn besten Rappern ever beschert. Geboren am 10. September 1968 als Antonio Hardy, stiess Kane Mitte der 80er Jahre zur berüchtigten Juice Crew, der unter anderem auch Biz Markie, Marley Marl, Masta Ace, Kool G Rap und Roxanne Shanté angehören. Labelheimat war die legendäre Plattenfirma Cold Chillin' Records.

Harcorerapper und Sexsymbol

Big Daddy Kane war einer der ersten Rapper überhaupt an der Spitze der US-Charts und galt in der sogenannten «Golden Era» als einer der versiertesten Lyricists, immer im Spagat zwischen den Rollen als Hardcore-Rapper und Ladies verschlingendem «Smooth Operator». Abseits der Bühne sorgte B.D.K. an der Seite von Madonna und Naomi Campell für Furore als er mit beiden nackt für Madonnas «Sex Book» posierte. Und für das Frauenmagazin Playgirl. Ein Rapper als Sexsymbol – das gab es also bereits Anfang der 90er Jahre.

Was gibts sonst noch zu sagen? Grammy Gewinner, legendäre Konkurrenz zu Rapper Rakim, Kollabos mit 2 Pac, Einfluss auf Eminem, Grammy-Gewinner. Kingt gut, oder? Nach Big Daddy Kanes Abschiedsalbum (hier in voller Länge zu hören) wurde es etwas ruhiger um ihn. In den 2000er-Jahren erschien er aber immer wieder auf Kollabo-Tracks anderer Rapper.

Der Altmeister hats noch drauf

Wie es scheint, ist die inzwischen 45-jährige Raplegende immer noch in Form. Dies lässt sich zumindest aus einem kurzen Konzertvideo aus dem Jahr 2013 schliessen, in dem Reimmaschine Big Daddy Kane eine äusserst gute Figur abgibt. Insgesamt spielt B.D.K. in den kommenden Wochen 23 Konzerte in Europa und den USA – die Chancen stehen also gut, dass Big Daddy Kanes Abstecher ans Rheinknie nicht einer jener Konzertflops wird, bei dem sich altgediente Legenden mit halbherzigen Auftritten selber demontieren.

Das letzte Soloalbum des New Yorkers erschien 1998 und trug bezeichnenderweise den Namen «Veteranz' Day». Dennoch hat der Rapper (und inzwischen auch Schauspieler) auch einen aktuellen Release vorzuweisen: 2013 veröffentliche er mit seiner Soulband Las Supper das Album «Back To Future» – ein Motto, unter dem man auch den heutigen Rapabend im SUD stellen könnte.

Unsere New-York-Songs gibts in der BaZ-Playliste auf dem Musikportal Spotify zu hören – oder direkt in der Soundbox am linken Rand.

1. Big Daddy Kane: Raw (1987) 2. Big Daddy Kane: Ain't No Half Steppin' (1988) 3. Nas: N.Y. State Of Mind (1994) 4. Nas: One Love (1994) 5. Mobb Deep & Snoop Dogg: Say Something (2014)

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