Zum Hauptinhalt springen

Musikpreis Echo wird nach Skandal um Rapper abgeschafft

Nach dem Eklat um Kollegah und Farid Bang haben auch die Plattenfirma BMG und die Swiss Music Awards Konsequenzen angekündigt.

hal
Farid Bang und Kollegah sorgten bei der Echo-Verleihung 2018 für viel Aufregung.
Farid Bang und Kollegah sorgten bei der Echo-Verleihung 2018 für viel Aufregung.
Axel Schmidt, AFP
Die Britin Rita Ora war auch dabei.
Die Britin Rita Ora war auch dabei.
Axel Schmidt, AFP
Australiens Kylie Minogue gab sich elegant für die Fotografen.
Australiens Kylie Minogue gab sich elegant für die Fotografen.
Axel Schmidt, AFP
Die Schweizerin Beatrice Egli durfte nicht fehlen.
Die Schweizerin Beatrice Egli durfte nicht fehlen.
Clemens Bilan/EPA
Alice Merton nimmt ihren Echo für Künstlerin Pop national entgegen.
Alice Merton nimmt ihren Echo für Künstlerin Pop national entgegen.
Axel Schmidt, AFP
Popstar Kylie Minogue sorgt für musikalische Unterhaltung.
Popstar Kylie Minogue sorgt für musikalische Unterhaltung.
Axel Schmidt, AFP
Helene Fischer räumte in der Kategorie Schlager ihren 17 Echo  ab, ein Rekord.
Helene Fischer räumte in der Kategorie Schlager ihren 17 Echo ab, ein Rekord.
Axel Schmidt, AFP
Rita Ora präsentiert eine bildgewaltige Bühnenshow
Rita Ora präsentiert eine bildgewaltige Bühnenshow
Axel Schmidt, AFP
Luis Fonsi wurde als bester internationaler Newcomer geehrt.
Luis Fonsi wurde als bester internationaler Newcomer geehrt.
Axel Schmidt, AFP
Helene Fischer mit dem Jazzmusiker Götz Alsmann und Gitarristen Gregor Meyle.
Helene Fischer mit dem Jazzmusiker Götz Alsmann und Gitarristen Gregor Meyle.
Axel Schmidt, AFP
Rapperin Haiyti wurde mit dem Kritikerpreis belohnt.
Rapperin Haiyti wurde mit dem Kritikerpreis belohnt.
Axel Schmidt, AFP
Mark Forster feiert seinen ersten Echo mit einem Lied.
Mark Forster feiert seinen ersten Echo mit einem Lied.
Axel Schmidt, Reuters
Luis Fonsi singt sein Hit «Despacito» mit Helene Fischer.
Luis Fonsi singt sein Hit «Despacito» mit Helene Fischer.
Axel Schmidt, AFP
Er wurde in den Kategorien Album des Jahres, Hit des Jahres und bester internationaler Künstler geehrt - nahm die Auszeichnungen aber nicht persönlich entgegen. Der 27-Jährige bedankte sich per Videobotschaft aus Japan.(30.November 2017)
Er wurde in den Kategorien Album des Jahres, Hit des Jahres und bester internationaler Künstler geehrt - nahm die Auszeichnungen aber nicht persönlich entgegen. Der 27-Jährige bedankte sich per Videobotschaft aus Japan.(30.November 2017)
Michael Kovac/Getty Images
Der Kanadier Shawn Mendes während seines Echo-Auftritts.
Der Kanadier Shawn Mendes während seines Echo-Auftritts.
Axel Schmidt, AFP
Die Toten Hosen hatten den Preis als bester nationaler Rock-Act gewonnen.
Die Toten Hosen hatten den Preis als bester nationaler Rock-Act gewonnen.
Axel Schmidt, Reuters
Jason Derulo tanzt fürs Publikum.
Jason Derulo tanzt fürs Publikum.
Axel Schmidt, AFP
Die umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang gewannen den Echo in der Kategorie Hip-Hop/Urban National…
Die umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang gewannen den Echo in der Kategorie Hip-Hop/Urban National…
AFP
...nach einer Debatte über ihre als antisemitisch kritisierten Texte. Im Zentrum der Kritik steht die Textzeile «Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen».
...nach einer Debatte über ihre als antisemitisch kritisierten Texte. Im Zentrum der Kritik steht die Textzeile «Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen».
Axel Schmidt, AFP
Bei Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit sei eine Grenze überschritten, sagte Campino.
Bei Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit sei eine Grenze überschritten, sagte Campino.
Axel Schmidt, AFP
Campino habe sich als moralische Instanz aufgespielt, sagte Kollegah.
Campino habe sich als moralische Instanz aufgespielt, sagte Kollegah.
Axel Schmidt, AFP
1 / 23

Aus für den Echo: Gegen die Preisvergabe an ein als judenfeindlich kritisiertes Rap-Album gab es massiven Protest. Jetzt zieht der Branchenverband Konsequenzen. Auch die Veranstalter der Swiss Music Awards werden aktiv: Sie überarbeiten das Reglement, wie «Radio 1» am Mittwoch berichtete.

Den Musikpreis Echo wird es in Zukunft nicht mehr geben. Das teilte der Bundesverband Musikindustrie am Mittwoch in Berlin mit. Er reagierte damit auf die Kontroverse um die Preisvergabe an ein als judenfeindlich kritisiertes Album der Rapper Kollegah und Farid Bang.

Die Marke Echo sei so stark beschädigt worden, dass ein vollständiger Neuanfang notwendig sei, heisst es in der Mitteilung. Das ziehe auch eine Neuaufstellung beim Echo Klassik und beim Echo Jazz nach sich. Die anstehenden Jazz-Preise sollen am 31. Mai in Hamburg in kleinerem Kreis ohne TV-Inszenierung verliehen werden.

Echo für immer beschädigt

Das prämierte Rap-Album «JBG3» enthält Textzeilen wie «Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen» und «Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow». Nach der Preisverleihung hatten zahlreiche Musiker aus Protest ihre Echos zurückgeben – darunter Stardirigent Daniel Barenboim und Marius-Müller Westernhagen.

Deutschland brauche als drittgrösster Musikmarkt der Welt «zur genre- und generationsübergreifenden Auszeichnung von Künstlerinnen und Künstlern» weiterhin «Musikpreise mit Leuchtturm-Charakter». Man wolle jedoch keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen werde, teilte der Bundesverband mit.

Das um den diesjährigen Echo herum Geschehene, wofür der Vorstand sich entschuldigt habe, könne zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden, man werde aber dafür sorgen, dass sich ein solcher Fehler in Zukunft nicht wiederhole, heisst es in der Mitteilung des Verbandes.

Anpassungen beim Schweizer Musikpreis

Wie Oliver Rosa, Organisator der Swiss Music Awards, gegenüber «Radio 1» sagte, begrüsst er den Schritt der Echo-Veranstalter. Auch er und sein Team wollen aus dem Skandal ihre Lehren ziehen. Demnach soll künftig ein besonderes Augenmerk auf die Texte der prämierten Songs gelegt werden.

«In Bezug auf Text oder andere künstlerische Interpretationen, die man gesellschaftlich nicht so im Raum stehen lassen will, haben wir Möglichkeiten das Reglement der SMA anzupassen», so Rosa.

Plattenfirma beendet Zusammenarbeit mit Rappern

Die Plattenfirma Bertelsmann Music Group (BMG) hat sich von den Rappern Farid Bang und Kollegah getrennt. Das geht aus einer Erklärung der Bertelsmann-Tochter hervor, die der Deutschen Presse-Agentur seit Mittwoch vorliegt.

«BMG hat die Zusammenarbeit mit den Künstlern Kollegah und Farid Bang beendet», heisst es in der Stellungnahme. Zum genauen Zeitpunkt der Trennung wollte sich ein Sprecher nicht äussern. Zuvor hatten das «Westfalen-Blatt» in Bielefeld und «Die Glocke» (Oelde) über das Vertragsende berichtet. In der vergangenen Woche hatte BMG angekündigt, die Zusammenarbeit mit den Rappern vorerst ruhen zu lassen.

BMG hatte in Kooperation mit den Musik-Labels Banger Musik und Alpha Music Empire der Rapper Farid Bang und Kollegah 2017 das umstrittene Album «Jung, Brutal, Gutaussehend 3» veröffentlicht.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch