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Opernsängerin Montserrat Caballé ist tot

Mit Freddie Mercury sang sie die «Barcelona», mit Gotthard «One Life, One Soul» – die spanische Sopranistin wurde 85 Jahre alt.

Opernsängerin Montserat Caballé sang unter anderem an der Eröffnungszeremonie der Swiss Indoors Basel 2009. (Video: AFP)

Die spanische Starsopranistin Montserrat Caballé ist tot. Sie starb im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus in ihrer Heimatstadt Barcelona, wie die Klinik am Samstag mitteilte. Wie die spanischen Behörden mitteilten, findet die Totenwache für Caballé am Samstag statt. Am Montag soll sie bestattet werden.

Caballé hatte seit Jahren gesundheitliche Probleme. Sie kam vor zwei Wochen wegen eines Blasenproblems ins Krankenhaus. Nach einem Sturz vor sechs Jahren konnte die zweifache Mutter und Oma eines Enkelkindes kaum noch gehen und war meist auf einen Rollstuhl angewiesen. Zuletzt trat sie nur noch sitzend auf.

Mit Freddie Mercury weltberühmt

Die Opernsängerin wurde 1992 weltberühmt, mit der Olympiahymne «Barcelona» an der Seite von Queen-Sänger Freddie Mercury. Der Song wurde bereits 1987 aufgenommen und auf einem gleichnamigen Album veröffentlicht. Mercury, ein Fan der Opernsängerin, schrieb das Stück über ihre Heimatstadt auf ihren Wunsch.

Für die olympischen Sommerspiele in Barcelona wurde das Lied nochmals als Single veröffentlicht, wenige Monate nach Freddie Mercurys Tod.

Caballé sang das Stück 1999 noch einmal live im Stadion Camp Nou in Barcelona, begleitet von einer Videoprojektion, auf der Freddie Mercury zu sehen war. Es war der Auftakt zum legendären Champions-League-Final Manchester United gegen Bayern München, welchen die Engländer mit zwei Toren in der Nachspielzeit spektakulär gewannen.

An der Seite von Gotthard

In der Schweiz noch bekannter wurde Caballé 1996 an der Seite der Rockband Gotthard mit dem Lied «One Life, One Soul». Die Ballade wurde nach dem Tod von Sänger Steve Lee (2010) auch zum Titel eines Best-of-Albums sowie eines Films über die Band.

1997 veröffentlichte sie das Album «Friends for Life», welches neben «Barcelona» und «One Life, One Soul» auch Duette mit verschiedenen anderen Sängern enthält, beispielsweise Johnny Hallyday oder Helmut Lotti.

Durchbruch 1965 in «Faust»

Die am 12. April 1933 in Barcelona in der Nähe des Gebirgszuges Montserrat geborene María de Montserrat Bibiana Concepción Caballé i Folch kam seit dem Beginn ihrer Karriere auf über 4000 Aufritte. Sie galt als die letzte grosse Operndiva.

Ihr Debut gab sie 1956 in Basel, als sie in der Oper «La Bohème» die Mimi spielte. In der Szene international bekannt wurde sie 1965, unter anderem mit ihrem Part als Margarethe in Gounods «Faust» an der Metropolitan Opera in New York.

Wegen Steuerhinterziehung verurteilt

Caballé erhielt 1992 den deutschen Fernsehpreis Bambi und 2007 den Musikpreis Echo.

Die Opernsängerin war seit 1964 mit dem Tenor Bernabé Marti verheiratet und hat mit ihm zwei Kinder. Eine Tochter, Montserrat Marti Caballé, ist wie ihre Mutter eine Sopranistin.

Ein unrühmliches Kapitel ereignete sich in den letzten Lebensjahren, als Caballé sich in Andorra registrieren liess, um Steuern zu sparen. Weil sie aber weiter in Spanien lebte, wurde sie dort 2015 wegen Steuerhinterziehung verurteilt und musste 254'000 Euro Busse zahlen.

SDA/anf

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