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Lou Reed ist tot

Er war Punk-Poet und betrat mit seinen Texten auf radikale Weise Neuland in der Rockmusik: Lou Reed, Inspiration für Generationen von Musikern, ist im Alter von 71 Jahren gestorben.

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New Yorker durch und durch: Beim Lunch in seiner Stadt. (6. Juni 2013)
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Die Rocklegende Lou Reed ist tot. Der Sänger, der mit der 60er-Jahre-Kultband The Velvet Underground und auch als Solo-Künstler Musikgeschichte geschrieben hat, starb im Alter von 71 Jahren in seinem Haus in Southampton im US-Staat New York, wie sein Literaturagent Andrew Wylie mitteilte. Reed starb demnach an den Folgen einer Lebererkrankung. Er hatte sich erst im Mai einer Lebertransplantation unterzogen und war seit Monaten bei schlechter Gesundheit gewesen.

Reed erreichte zwar nie den kommerziellen Erfolg von anderen Grössen seiner Zeit wie etwa Bob Dylan, er hatte aber enormen Einfluss auf Generationen von Musikern. Mit seiner Band The Velvet Underground öffnete er die Rockmusik in Richtung Avantgarde, zum experimentellem Theater, zur Kunst, Literatur und zum Film, zu William Burroughs und Kurt Weill, zu John Cage und Pop-Art-Künstler Andy Warhol, der Reed und The Velvet Underground unterstützte.

Der Rebell im Weissen Haus

Reed hatte einen Top-20-Hit mit «Walk On The Wild Side», viele seiner Songs wurden zu Klassikern wie etwa «Heroin», «Sweet Jane» oder «All Tomorrow's Parties» und er verkörperte wie kaum ein anderer Musiker die Kulturszene in Downtown Manhattan in den 60er und 70er Jahren.

Anfangs noch ein Musikrebell, trat er später sogar im Weissen Haus auf, veröffentlichte Texte im renommierten «New Yorker» und erhielt 1999 einen Grammy für das beste Langform-Musikvideo. 1996 wurde seine Band The Velvet Underground in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Durch Warhol zu Nico

Reed wuchs in einer klassischen amerikanischen Mittelschicht-Familie auf, als Sohn eines Buchhalters in Long Island, östlich von New York. Doch bald rebellierte er gegen seine Eltern, die ihn sogar einer Elektroschock-Therapie unterzogen, um ihn vor seinen bisexuellen Neigungen zu «heilen». Nach dem Studium an der Syracuse University, wo er mit Delmore Schwartz seinen ersten grossen Förderer kennenlernte, zog Reed nach New York und spielte dort in Bars und Nachtclubs.

Dort fand er sich auch mit John Cale, Sterling Morrison und Maureen Tucker zusammen. Die Band nannte sich The Velvet Underground nach einem Buch von Michael Leigh über die sexuelle Subkultur. Mitte der 1960er Jahre probten sie in Warhols Factory, einem Treffpunkt für die Kunstszene und Ort für Drogen- und Sexpartys. Über Warhol kamen sie auch mit der in Deutschland geborenen Sängerin Nico zusammen, mit der sie ihr mittlerweile weltbekanntes Album mit Warhols Banane auf dem Cover aufnahmen.

Reed kämpfte über Jahre hinweg mit Drogen- und Alkoholproblemen. Nachdem er in den 1980ern davon losgekommen war, veröffentlichte er eine Reihe von gefeierten Alben wie «The Blue Mask», «Legendary Hearts» oder «New Sensations». Im Laufe seiner weiteren Karriere versuchte er immer wieder neue Wege zu gehen, unter anderem mit einem Konzeptalbum über Edgar Allan Poe im Jahr 2002 oder durch die Zusammenarbeit mit Metallica 2011 bei «Lulu».

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