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«Es gibt keine klassischen Jugendkulturen mehr»

Am Wochenende steht die Basler Innenstadt ganz im Zeichen des Jugendkulturfestivals (JKF). Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier erklärt, warum er eine auf Äusserlichkeiten fixierte Jugendkultur für bedeutender hält als eine mit politischen Idealen.

Nicht mehr alle im selben Boot: Die Jugendkulturszene – hier das JKF-Publikum – ist längst in zahlreiche Untergruppen aufgesplittert.
Nicht mehr alle im selben Boot: Die Jugendkulturszene – hier das JKF-Publikum – ist längst in zahlreiche Untergruppen aufgesplittert.
Brigitte Fässler

Herr Heinzlmaier, gibt es heute noch Jugendkulturen?

Bestimmt nicht mehr in dem Sinn, wie das vor 30 Jahren der Fall war. Der Defini­tionsbereich hat sich enorm ausgedehnt. Die Alters­gruppe der Jugend ist grösser geworden: Sie beginnt früher und ­endet später. Dazu kommt, dass die Jugendkulturen auch eine Vorbildfunktion für Erwachsene über­nommen haben. Sie sind heute Leitkulturen – es gibt keine Jugendkulturen mehr im klassischen Sinn. Die klassischen ­Jugendkulturen ­waren Subkulturen; heute hat man grosse, kulturelle ­Strömungen, welche die ganze Gesellschaft umfassen.

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