Hartnäckigkeit macht sich bezahlt

Herbert Grönemeyer, Dido, Brad Paisley, Snow Patrol und Krokus gehören zu den grossen Namen im Programm der Baloise Session 2019.

Herbert Grönemeyer wird in Basel zweimal auftreten.

Herbert Grönemeyer wird in Basel zweimal auftreten.

Heuer beginnt die Baloise Session, das Basler Hallenfestival, mit einem doppelten Paukenschlag. Am Eröffnungswochenende (12./13. Oktober) wird Herbert Grönemeyer die Event-Halle der Messe Basel gleich zweimal in seinen Bann schlagen.

Sonst trete der erfolgreichste Musiker Deutschland in Stadien auf, hielt Festival-Chefin Beatrice Stirnimann im Basler Musikclub Atlantis gestern an der jährlichen Medienkonferenz fest. Jahrelang hätten sie und der 2016 verstorbene Festivalgründer Matthias Müller versucht, Grönemeyer zu buchen, jetzt endlich habe es mit der Vertragsunterzeichnung geklappt. Für diesen Coup und wohl auch für ihre Hartnäckigkeit erhielt Stirni­mann von den versammelten Medienvertretern und Medienvertreterinnen einen herzhaften Applaus.

Es sei nie einfach, ein gutes Festivalprogramm zusammenzustellen, verriet Stirnimann, stehe sie doch jedes Jahr wieder mit einem leeren Blatt da. Auch wenn der Marktführer Live Nation seine Finger weiter nach der Schweiz ausstrecke, sei die Baloise Session allerdings durch die fortschreitende Machtkonzentration im internationalen Konzertgeschäft nicht tangiert, so Stirnimann weiter. «Als Boutique-Festival hat die Baloise Session das Glück, unter dem Radar der grossen Player zu fliegen.»

So wird Stirnimann, der wie in den Vorjahren ein Budget von 8,5 Millionen Franken zur Verfügung steht, den Country-Star Brad Paisley (15. 10.), den britischen Hitmacher Rag’n’Bone Man (17. 10.) und den weltweit gefeierten Soul-Sänger Michael Kiwanuka (29. 10.) 2019 nach Basel holen. Lange hatte man nichts mehr von der Londoner Pop-Sängerin Dido («White Flag») gehört, am 25. 10. tritt sie zusammen mit der nordenglischen Band Lighthouse Family wieder in der Schweiz auf.

Der schottische Abend

Im Atlantis liess Beatrice Stirnimann durchblicken, dass der schottische Abend mit Snow Patrol (30. 10.) zu ihren persön­lichen Favoriten gehört. In Grossbritannien hat die Band um Sänger Gary Lightbody längst Stadionstatus: Ihr grösster Hit «Chasing Cars» gilt als meist­gespielter Song im englischen Radio.

Wenig konnte oder wollte Beatrice Stirnimann darüber sagen, wie sich die aktuellen Turbulenzen bei der Messe Basel (die Betreiberin der Event-Halle am Messeplatz) auf die Baloise Session auswirken könnten. Sie werde von der Beratungsfirma Firma McKinsey nicht konsultiert, die die MCH Group gerade intensiv durchleuchtet.

Erfreut zeigte sich Beatrice Stirnimann hingegen darüber, dass die Basler Versicherungen ihr Engagement als Presenting Sponsor der Baloise Session um fünf Jahre verlängert haben. Bis 2025 sei das Fortbestehen des Festivals gewährleistet.

Die Schweizer Musikszene ist an der Baloise Session 2019 gut vertreten. Die junge Mundart-Band Hecht (18. 10.) wird bald im Zürcher Hallenstadion auftreten. Beatrice Stirnimann hat 77 Bombay Street, lange eine der erfolgreichsten Formationen der Schweiz, zu ihr ins Vorprogramm gebucht. Ein stimmiges Doppelpack.

Starke zweite Wahl

Überhaupt sind es nicht nur die Headliner, die an der Baloise Session 2019 bestechen. Seit seinen Anfängen als Bassist der kalifornischen Soul-Band Tony! Toni! Toné! ist Raphael Saadiq zu einer der innovativsten Kräfte in der afroamerikanischen Musikszene avanciert. Brittany Howard machte sich schon bei der Roots-Rock-Band Alabama Shakes einen Namen als stimmgewaltige Sängerin.

Den Abschluss der diesjährigen Baloise Session bestreiten Krokus (31. 10.). Im Rahmen ihrer Abschiedstournee macht die Solothurner Hardrock-Band einen letzten Abstecher nach Basel. Laut Chris von Rohr hatten Krokus es am Rheinknie immer schwer: In ihrer vier Jahrzehnte umspannenden Karriere sei die Band nur selten in Basel aufgetreten, sagt er. Das liege wohl an den vielen Maturanden, mutmasste von Rohr unlängst.

Die diesjährige Festivalausgabe wird, einmal von Acts wie Herbert Grönemeyer und Krokus abgesehen, von Künstlern und Künstlerinnen bestimmt, die ihre grössten Erfolge im Verlauf der letzten zwanzig Jahre feierten. Das war auch schon anders, als eher gestandene Grössen das Festivalprogramm dominierten. Mit dieser Edition hat die Baloise Session einen sanften Generationenwechsel vollzogen. Alte Schläuche, wie Festivalgründer Matthias Müller zu sagen pflegte, gibt es an der Baloise Session 2019 kaum.

Hier das Programm in der Übersicht:

  • 12. Oktober: Herbert Grönemeyer / Jazz Morley
  • 13. Oktober: Herbert Grönemeyer / Alice Merton
  • 15. Oktober: Brad Paisley / Ward Thomas
  • 16. Oktober: Michael Patrick Kelly / Wincent Weiss
  • 17. Oktober: Rag'n'Bone Man / Raphael Saadiq
  • 18. Oktober: Hecht / 77 Bombay Street
  • 25. Oktober: Dido / Lighthouse Family
  • 29. Oktober: Michael Kiwanuka / Brittany Howard
  • 30. Oktober: Snow Patrol / Tom Walker
  • 31. Oktober: Krokus / Madrugada

Baloise Session 2019, Event-Halle, Basel. Messeplatz, Sa–Do 12. bis 31. Oktoberwww.baloisesession.ch

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