Ein Sonnenstrahl in der Dunkelheit

The bianca Story blicken auf ihren letztjährigen Gewinn des Basler Pop-Preises zurück. Zudem geht das Publikums-Voting zum Pop-Preis 2011 in die letzte Runde.

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Am 9. November ist es so weit: Zum dritten Mal wird der vom RFV geschaffene Basler Pop-Preis vergeben, von einer fünfköpfigen Jury unter dem Präsidium von Philipp Schnyder von Wartensee und der Anwesenheit der Vorjahressieger. Auch der Gewinner des Publikums-Preises, den die Leser dieser Seite küren, wird dann verliehen. Noch dürfen die Nominierten (siehe Bildstrecke) hoffen, in die Kränze zu kommen und für ihr bisheriges Schaffen mit 15'000 Franken belohnt zu werden. So wie Navel 2009 und letztes Jahr The bianca Story.

«Gerechnet haben wir mit dem Preis nicht», erinnert sich deren Sänger Elia Rediger. Nicht zuletzt, weil die Band mit ihren Köpfen woanders war. Hatte sich ihr Manager Nigel Day doch kurz zuvor das Leben genommen. Sein Tod habe sie vieles hintersinnen lassen, sagt der 26-Jährige. «Wir haben uns gefragt, was wir hier eigentlich machen.» Nach einer ersten Schockstarre hätten sie den Funken wieder gefunden. «Seither sehen wir uns als musikalische Schicksalsgemeinschaft und unsere Songs in einem anderen Licht. Und vor allem spüren wir, dass diese Sinn ergeben.»

Zustupf für die Plattentaufe

Begonnen hatte das Jahr 2010 für The bianca Story überaus gut. Dank Beziehungen von Day konnten sie den Nachfolger ihres Debüts «Hi Society!» in den Londoner Abbey-Road-Studios, wo vor ihnen schon die Beatles oder Pink Floyd ihre Platten einspielten, für relativ wenig Geld aufnehmen. «Eine Erfahrung, die uns niemand nehmen kann und uns obendrein ruhiger gemacht hat», sagt Rediger. Etwa, weil sie gemerkt hätten, dass selbst in renommierten Studios mit Wasser gekocht wird.

Dann kam die Schreckensmeldung von Days Tod – während des Videodrehs. «Für uns war klar, dass wir das Album nicht wie geplant veröffentlichen können.» Dass The bianca Story in dieser schwierigen Zeit den Basler Pop-Preis erhalten hätten, sei wie ein in die Dunkelheit strahlender Sonnenschein gewesen. Seither wurden die Aufnahmen zur CD neu gemischt. Heissen wird das am 13. Januar erscheinende Werk «Coming Home» – so wie die Nigel Day gewidmete und bereits Ende des letzten Jahres erschienene Single.

Performancekunst «bis zum Abwinken»

Ein Label suchen gehen mussten die Basler nicht. Gleich mehrere Interessenten meldeten sich. Während sie sich für den Schweizer Markt für eine Independent-Lösung entschieden, ist die Art-Pop-Truppe in Deutschland nun unter den Fittichen von Motor Music und somit von Tim Renner, dem früheren Chef des Majors Universal Music. Musik ist auch weiterhin nicht das Ein und Alles des Quintetts, das von Rediger ironisch als royalistische Demokratie betitelt wird. So sei man in den vergangenen Monaten als DJs unterwegs gewesen, Keyboarder Fabian Chiquet habe in Hagen eine Einzelausstellung bestritten und er, der Frontmann, habe Performancekunst gemacht, «bis zum Abwinken». Für alle bleibe aber The bianca Story das Hauptprojekt und Mutterschiff. «Wir wollen als Band jetzt unbedingt vorwärts machen.»

Doch zurück zum Basler Pop-Preis und den 15 000 Franken. Wofür hat The bianca Story die Summe denn konkret verwendet? «In erster Linie, um Rechnungen zu bezahlen, ganz unprosaisch», erklärt Rediger. Zudem habe man einige Freunde und Unterstützer zu einem «fetten Nachtessen» geladen und sich eine LED-Lichtshow gebastelt. Das Geld hat man also vor allem eingesetzt, um sich mehr Freiraum zu verschaffen. «Mit dem Rest werden wir unsere Plattentaufe veredeln.» Und die ist ja bald.

Basler Zeitung

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