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Nello Santi und seine Basler Jahre

Der Dirigent ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Auch die Musikliebhaber der Region Basel haben ihm einiges zu verdanken.

Vor allem liebte er Brahms: Nello Santi.
Vor allem liebte er Brahms: Nello Santi.

Die Oper gilt als Königsgattung der Musik, und Zürich ist in der Schweizer Medienlandschaft zweifellos wichtiger als Basel. So kommt es, dass die Laufbahn des Dirigenten Nello Santi bisher vor allem aus Zürcher und aus Opern-Sicht dargestellt wurde. Allerdings hat der am Mittwoch im Alter von 88 Jahren verstorbene Musiker wichtige Jahre als Chef des Radio-Sinfonieorchesters Basel verbracht und das hiesige Musikleben mitgeprägt.

1986 wurde er Nachfolger von Jean-Marie Auberson und Matthias Bamert an der Spitze des Radioorchesters – zwei namhafte Dirigenten, die viel Sinn für sinfonische Musik und auch für die Moderne hatten. Da wirkte die Berufung Santis, der schon als Kind vom Opern-Virus infiziert worden war und sich als Operndirigent international einen Namen gemacht hatte, einigermassen überraschend.

Aber das sinfonische Repertoire war ihm alles andere als gleichgültig. Die Musikliebhaber der Region Basel verdankten ihm zahlreiche Konzerte, in denen der meist auswendig dirigierende Santi ein breites Repertoire zeigte – nicht zuletzt in den Silvesterkonzerten im Musiksaal. Es schien fast, als wolle er das ewige Klischee vom «typisch italienischen Operndirigenten» widerlegen. So pflegte er die Musik von Gluck und Mozart, von Sibelius und Dvo?ák und dirigierte zu seinem Abschied vom Radio-Sinfonieorchester im April 1994 zwei Sinfonien von Joseph Haydn und Johannes Brahms. Die Kritik in der «Basler Zeitung» attestierte ihm und dem Orchester «frisches Tempo» und «fett- und pathosfreien Klang». Im Gespräch bekannte Santi, dass er im Konzert viel lieber Brahms-Sinfonien als das italienische Repertoire dirigiere.

Damals lag das Ende des Radio-Sinfonieorchesters schon in der Luft, und es überrascht von daher nicht, dass nach Nello Santi kein Dirigent mehr bereit war, sich fest an diesen Klangkörper zu binden. Zwei Jahre nach der Demission des damals 65-jährigen Santi wurde das Radio-Sinfonieorchester Basel mit dem Basler Sinfonie-Orchester zum heutigen Sinfonieorchester Basel zusammengelegt.

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