Mohammed-Zeichner verlässt «Charlie Hebdo»

Der Karikaturist Luz steigt aus der Redaktion des französischen Satiremagazins aus. «Jeder Redaktionsschluss ist eine Folter, weil die anderen nicht mehr da sind», sagt er.

Schwerer Gang: Renald Luzier (links) und Patrick Pelloux trauern um ihre getöteten Kollegen. (11. Januar 2015)

Schwerer Gang: Renald Luzier (links) und Patrick Pelloux trauern um ihre getöteten Kollegen. (11. Januar 2015)

(Bild: AP)

Viereinhalb Monate nach dem blutigen Anschlag auf das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» hat dessen Zeichner Luz seinen Ausstieg aus der Redaktion angekündigt. «Das ist eine sehr persönliche Entscheidung», sagte er in einem Interview der Dienstagsausgabe der Zeitung «Libération».

Luz ist eins der bekanntesten überlebenden Redaktionsmitglieder. Er zeichnete das Titelbild der ersten Ausgabe nach dem islamistischen Anschlag, das einen weinenden Propheten Mohammed zeigte.

Der Zeichner – mit bürgerlichem Namen Renald Luzier – will das Magazin im September verlassen. «Wenn ich abhaue, dann weil es schwierig für mich ist, über das Tagesgeschehen zu arbeiten», sagte er.

Es fehlten Zeichner für die anstehende Arbeit. «Jeder Redaktionsschluss ist eine Folter, weil die anderen nicht mehr da sind», sagte er.

Künftiger Kurs unklar

Die Redaktion des Satiremagazins ringt nach Medienberichten derzeit um ihren künftigen Kurs und den Umgang mit den Millionen Euro, die nach dem Anschlag über zusätzliche Verkäufe und Spenden in die Kassen kamen. Redaktionschef Riss relativierte die Spannungen allerdings in der Zeitung «Le Monde»: «Das Leben bei Charlie war noch nie ein langer ruhiger Fluss.»

spu/sda

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