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Traumpaar der Kunstgeschichte

Paul Klee und Wassily Kandinsky pflegten eine spezielle Künstlerfreundschaft. Das Zentrum Paul Klee landet mit einer Ausstellung über diese Freundschaft einen Wurf.

Der Wahrheitsgehalt der Anekdote ist umstritten, aber die darin vorkommende Hauptfigur hat sie niemals mit letzter Vehemenz dementiert. Unter welchen Umständen stiess der promovierte Jurist Wassily Kandinsky, der sich später bekanntlich durch seine metho­dische Erforschung der Farben und ­Formen innewohnenden Werte auszeichnete, zur abstrakten Malerei vor? Eines Abends, so die Version, kam er nach Hause und erblickte im Dämmerlicht eines seiner Bilder, um 90 Grad gedreht, sozusagen auf der Seite stehend. Über eine allfällige Beeinträchtigung von Kandinskys Wahrnehmungsfähigkeit als Folge übermässigen Alkoholkonsums an diesem Abend ist nichts weiter bekannt. Gleichviel: Er erkannte seine Arbeit nicht wieder. Hatte ein Fremder ein Werk in seine Wohnung geschmuggelt? Alles, was er sah, waren Formen und Farben, die von innen heraus zu glühen schienen. Eine ungeahnte Begeisterung ergriff Besitz von ihm. Während dieser Begegnung der unheimlicheren, aber auch beglückenden Art mit seinem Werk wurde Kandinsky schlagartig klar, dass der realistisch abgebildete Gegenstand seiner Kunst schade.

Der Auftritt des Traumpaars

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